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Erdogans Putsch

Der Staatsstreich in der Türkei ist gescheitert. Anstatt nun auf seine Kritiker zuzugehen, ebnet der Staatschef den Weg zu einer zivilen Diktatur.

MeinungEnver Robelli
Mit Tritten und Gürtelschnallen gegen die Putschisten: Soldaten werden in Istanbul angegriffen. Foto: Gökhan Tan (Getty Images)
Mit Tritten und Gürtelschnallen gegen die Putschisten: Soldaten werden in Istanbul angegriffen. Foto: Gökhan Tan (Getty Images)

Er geniesst die Pose des Triumphators. Während auf den Strassen von Istanbul und Ankara noch die Blutflecken entfernt werden, holt Recep Tayyip Erdogan nach dem vereitelten Militärputsch zum Gegenschlag aus. Es scheint, als habe er sich diese Gelegenheit sehnlichst gewünscht. Aus ihm spricht nicht der verantwortungsvolle Staatschef, sondern der Religions­führer, wenn er die stümperhafte Aktion einer Offiziersgruppe als «ein Geschenk Gottes» bezeichnet und die «Säuberung des Militärs» ankündigt. Angesichts der fast 300 Toten ist das eine zynische Wortwahl.

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