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Erst gab es ein paar Tweets, dann Tee

Vor seiner Ankunft in Grossbritannien verspottete US-Präsident Trump den Londoner Bürgermeister Khan als Verlierer.

Gebannte Blicke von Trump, der Queen und weiteren Staatsspitzen: Gedenkfeier zum D-Day in der Normandie. (5. Juni 2019)
Gebannte Blicke von Trump, der Queen und weiteren Staatsspitzen: Gedenkfeier zum D-Day in der Normandie. (5. Juni 2019)
Mandel Ngan, AFP
Einer ihrer letzten Auftritte im Amt: Die britische Premierministerin Theresa May las bei ihrer Ansprache zu Ehren des D-Day den Brief eines gefallenen Soldaten vor. (5. Juni 2019)
Einer ihrer letzten Auftritte im Amt: Die britische Premierministerin Theresa May las bei ihrer Ansprache zu Ehren des D-Day den Brief eines gefallenen Soldaten vor. (5. Juni 2019)
Daniel Leal-Olivas, AFP
...oder diese Herren, die mit Dudelsack und «Make America great again»-Käppchen anrückten.
...oder diese Herren, die mit Dudelsack und «Make America great again»-Käppchen anrückten.
Reuters
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Von dem Moment an, in dem die Maschine des US-Präsidenten am Flughafen Stansted am Montagmorgen kurz nach neun Uhr Ortszeit landete, ging eigentlich alles nach Plan. Der britische Aussenminister begrüsste Donald Trump und seine Frau Melania auf britischem Boden. Mit einem Helikopter wurde das Paar in die Residenz des amerikanischen Botschafters im Regent’s Park geflogen, und um zwölf Uhr ­landete der Helikopter mit dem Präsidentenpaar im Garten des ­Buckingham-Palasts, wo Prinz Charles, Camilla und die Queen die ­Gäste erwarteten.

Vorher aber hatte sich Trump, der das Königreich auf Einladung der scheidenden Premierministerin als Staatsgast besucht, wieder einmal nicht so benommen, wie andere Staatsgäste das wohl tun würden. Er hatte kurz vor der Landung ein paar saftige Tweets abgesetzt; in einem davon bezichtigt er den Bürgermeister der Stadt London, Sadiq Khan, ein totaler Verlierer zu sein, der eine schlechte Leistung in der Terrorbekämpfung abgeliefert habe und so gemein sei, ihn, den Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu kritisieren.

Khan und Trump hatten schon in der Vergangenheit beleidigende Tweets ausgetauscht. Und vor diesem Besuch ­hatte der Londoner Bürgermeister im «Guardian» geschrieben, die Sprache des Präsidenten erinnere ihn an Faschisten aus dem 20. Jahrhundert.

Sadiq Khan reagiert auf Trumps Beleidigung. Video: Tamedia

Tross mit tausend Personen

Trump, der von seinen Kindern und einem Tross von etwa tausend Mitarbeitern und Sicherheitsleuten begleitet wird, ist der dritte US-Präsident, dem die Ehre eines Staatsbesuchs inklusive Bankett im Buckingham-Palast zuteil wird. Nur George Bush Jr. und Barack Obama waren ebenfalls von der Königin empfangen worden; allerdings hat Elisabeth II. fast alle US-Präsidenten bei Arbeitsbesuchen oder eigenen Visiten in den USA kennen gelernt.

Nach einem Lunch im Palast und der Besichtigung einer kleinen Ausstellung von Objekten, welche die amerikanisch-­britischen Beziehungen symboli­sieren, wurde das Ehepaar Trump in Clarence House, dem Wohnsitz des Thronfolgers, zum Tee empfangen.

Trumps Staatsbesuch in Grossbritannien. Video: Tamedia

Ungewöhnlich ist, dass Trump neben seiner Frau Melania auch Tiffany, Eric, Donald Jr. und ­Ivanka sowie deren Gatten Jared Kushner im Schlepptau hat. Kushner arbeitet, wie seine Frau, im Stab des Präsidenten; welche Aufgaben oder Termine für die an­deren beiden erwachsenen Kinder vorgesehen sind, ist unklar. ­Amerikanische Medien berichten, Trump habe seine Familie an dem Besuch bei der Queen teilhaben lassen wollen und plane, die ­Visite daheim in den USA als Teil der beginnenden Kampagne für seine Wiederwahl 2020 zu vermarkten.

Heute wird eine Grossdemonstration erwartet.

Beim letzten Besuch des Amerikaners in Grossbritannien vor einem Jahr war Trump im Helikopter von Ort zu Ort geflogen worden; er sollte möglichst wenige Demonstranten zu Gesicht bekommen. Auch diesmal droht die Stadt ihn nicht willkommen zu heissen. Nach dem Tee bei Prinz Charles und vor dem ­Dinner wollte Trump kurz die Westminster Abbey besuchen. Entlang dieser Route hatten sich aber bereits Demonstranten aufgebaut. Der Buckingham-Palast hingegen ist weiträumig abgesperrt. Eine Grossdemonstration wird für heute ­erwartet, wenn Donald Trump Theresa May trifft.

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