Zum Hauptinhalt springen

Erste Festnahme in Namibia nach falschem Bombenalarm

Ein Verdächtiger ist nach dem Fund einer Bombenattrappe in Namibia festgenommen worden. Bei dem Verhafteten handelt es sich offenbar um den Leiter der Flughafensicherheitspolizei.

Im Fall der Bombenattrappe in Namibia wurde der Leiter der Flughafensicherheitspolizei in Windhuk verhaftet: Die deutsche Polizei kontrolliert den Flughafen in München.
Im Fall der Bombenattrappe in Namibia wurde der Leiter der Flughafensicherheitspolizei in Windhuk verhaftet: Die deutsche Polizei kontrolliert den Flughafen in München.
Reuters
Erhöhte Aufmerksamkeit: Ein Beamter der Bundespolizei und ein Polizeihund kontrollieren am Donnerstag im Hauptbahnhof in Berlin die Koffer eines Reisenden.
Erhöhte Aufmerksamkeit: Ein Beamter der Bundespolizei und ein Polizeihund kontrollieren am Donnerstag im Hauptbahnhof in Berlin die Koffer eines Reisenden.
Keystone
Kontrolle vor dem Bahnhof in Berlin.
Kontrolle vor dem Bahnhof in Berlin.
Keystone
1 / 11

Nach dem falschen Bombenalarm in Namibia ist laut dem deutschen Innenministerium der Leiter der Flughafensicherheitspolizei in Windhuk (Windhoek) festgenommen worden. Dem Mann wird vorgeworfen, das verdächtige Gepäckstück auf dem Flughafen der namibischen Hauptstadt auf ein Band zur Gepäckbeförderung gelegt zu haben.

Dies teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin am Samstag nach Ermittlungen der namibischen Polizei mit. Der Verdächtige sei am Freitag festgenommen worden und solle gestanden haben. Über die Motive des Mannes gebe es noch keine Erkenntnisse.

Bereits am Freitagabend hatte das Bundesinnenministerium ausgeschlossen, dass deutsche Behörden an der Platzierung der Bombenattrappe in Namibia beteiligt waren. Diese stammt aus US- Produktion. Wegen des Fehlalarms wurde eine Air-Berlin-Maschine nach München stundenlang aufgehalten und nochmals kontrolliert.

Angeblich Kaida-Anschlag in Berlin

Anhänger der islamischen Extremistengruppe Al-Kaida planen einem Magazinbericht zufolge einen Anschlag auf das Reichstagsgebäude in Berlin. Dabei wollten die Angreifer Geiseln nehmen und ein Blutbad in dem historischen Gebäude anrichten, in dem das deutsche Parlament tagt, berichtete der «Spiegel» am Samstag unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden. Zeitpunkt sei Februar oder März.

Die Informationen stammten von einem deutschen Dschihadisten aus dem Ausland, der sich in den vergangenen Tagen mehrmals telefonisch an das Bundeskriminalamt (BKA) gewandt habe. Die Anschlagsgefahr ist nach Einschätzung der Bundespolizei inzwischen so hoch wie nie zuvor.

Nach FBI-Angaben habe eine schiitisch-indische Gruppe, die sich «Saif» (»Schwert») nenne, einen Pakt mit Al-Kaida geschlossen und zwei Männer auf den Weg nach Deutschland geschickt, um hier einen Anschlag durchzuführen.

BKA beschwichtigt

Das BKA erklärte allerdings, es habe keine klaren Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag auf das Reichstagsgebäude in Berlin. «Es gibt keinen konkreten, nachvollziehbaren Verdacht», sagte BKA- Präsident Jörg Ziercke am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Entscheidend sei, wie verlässlich eine Quelle oder eine Information sei. Es handle sich um Spekulationen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rief zu Gelassenheit auf. Dennoch brach in der Regierungskoalition neuer Streit um schärfere Sicherheitsgesetze aus.

Bundespolizei warnt

«Die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland ist heute konkreter als je zuvor. Sie ist höher als vor der Bundestagswahl im letzten Jahr und bei der Fussball-WM in Deutschland», sagte Bundespolizei-Chef Matthias Seeger der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Anders als bei früheren Terrorwarnungen haben man heute mehrere Hinweise auf Anschläge, die aus verschiedenen Quellen stammten.

Innenminister de Maiziere hatte am Mittwoch erstmals konkret vor einem Anschlag gewarnt: Nach Hinweisen aus dem Ausland planen militante Islamisten demnach bis Ende November Anschläge in Deutschland.

Die Sicherheitskräfte haben seitdem ihre Kontrollen an Verkehrsknoten wie Bahnhöfen und Flughäfen verschärft und ihre Präsenz an öffentlichen Plätzen von besonders symbolischer Bedeutung erhöht.

SDA/ske

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch