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Erstmals stirbt ein Kind an Ehec-Folgen

In Deutschland ist ein zweijähiger Junge am gefährlichen Darmkeim Ehec gestorben. Gleichzeitig gehen dem Robert-Koch-Institut zufolge die Neuerkrankungen kontinuierlich zurück.

Hier nahm die Epidemie ihren Anfang: Biohof in Bienenbüttel: Die Behörden teilten am 11. Juni mit, die Quelle des Erregers sei nun endgültig identifiziert.
Hier nahm die Epidemie ihren Anfang: Biohof in Bienenbüttel: Die Behörden teilten am 11. Juni mit, die Quelle des Erregers sei nun endgültig identifiziert.
Keystone
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger muss noch erbracht werden: Eine Packung Sprossen.
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger muss noch erbracht werden: Eine Packung Sprossen.
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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Der aktuellen EHEC-Epidemie ist erstmals ein Kind zum Opfer gefallen. Ein zweijähriger Junge aus dem Landkreis Celle starb heute in der Medizinischen Hochschule Hannover, wie das niedersächsische Gesundheitsministerium erklärte. Die Zahl der Neuerkrankungen geht dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge unterdessen zurück. Die EHEC-Welle ebbe bundesweit ab, sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder, der mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) einen Betrieb in Nürnberg besuchte.

Der Junge sei am Montag vergangener Woche vom Krankenhaus in Oldenburg nach Hannover verlegt worden, sagte ein MHH-Sprecher. Von Anfang an sei der Zustand des Kindes, das am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) litt, kritisch gewesen. In der Familie des Kindes gebe es weitere EHEC-Fälle. Der Vater und zwei Geschwister des Jungen sollen an Ehec erkrankt sein. Sie befinden sich nach Angaben des Landkreises aber inzwischen auf dem Weg der Besserung.

Ursache nicht restlos geklärt

Seit Anfang Mai sind damit mindestens 36 Menschen in Deutschland an Ehec oder HUS gestorben. Ausserdem erlag eine Schwedin, die mit einer Touristengruppe in Norddeutschland unterwegs war und sich offenbar dort infizierte, der Erkrankung.

Das RKI teilte mit, dass seit einigen Tagen Erkrankungen am HUS oder an Ehec auf deutlich niedrigerem Niveau übermittelt würden. Drei Viertel der gut 3.200 Ehec/HUS-Fälle seien in Schleswig-Holstein/ Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aufgetreten. Betroffen seien aber alle Bundesländer. Die höchste Zahl an Ehec/HUS-Fällen registrierte die Behörde im Zeitraum vom 21. bis 23. Mai. Seitdem sei ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten.

Der Ursprung der EHEC-Quelle ist noch nicht ganz geklärt. Es konkretisierte sich der Verdacht, dass der gefährliche Erreger des Stamms O104:H4 über Sprossen eines niedersächsischen Betriebes verbreitet wurde. Unklar ist noch, wie das Bakterium auf den Hof gelangte. Möglicherweise war das Saatgut verunreinigt.

Aigner verspricht Bauern rasche Hilfe

Die Behörden setzten die Befragung der Mitarbeiter des Betriebes in Bienenbüttel fort. Sie sollten über ihre Ernährungsgewohnheiten Auskunft geben. Nach der Befragung von 9 der mehr als 20 Beschäftigten hatte sich ergeben, dass die EHEC-Welle möglicherweise auf den Genuss von Brokkoli-, Bockshorn- oder Knoblauchsprossen zurückgeht. Die drei Arten wurden bevorzugt von fünf Mitarbeiterinnen des Betriebes verzehrt, die an Durchfall erkrankten oder positiv auf Ehec getestet waren. Dies deutet auf eine Verunreinigung der Samen hin. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hielt die Warnung aufrecht, wonach vorsichtshalber auch keine selbstgezogenen Sprossen verzehrt werden sollen.

Aigner sicherte den Bauern, die wegen der EHEC-Krise ihre Produkte nicht verkaufen konnten, rasche Hilfe zu. Wegen der anfänglichen Warnung vor bestimmten Produkten und der Angst der Verbraucher vor rohem Gemüse haben die Bauern teils massive wirtschaftliche Einbussen erlitten.

sda/dapd/ami/jak

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