EU schafft Roaming endgültig ab

Jetzt ist es definitiv: Ab Juni können Nutzer EU-weit mit dem Handy telefonieren oder surfen – ohne zusätzliche Gebühren.

Schweizer müssen weiterhin Gebühren im Ausland zahlen: Ein Jugendlicher in den Niederlanden spielt auf seinem Handy.

Schweizer müssen weiterhin Gebühren im Ausland zahlen: Ein Jugendlicher in den Niederlanden spielt auf seinem Handy. Bild: Keystone

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Das Aus für Roaming-Gebühren in Europa ist endgültig beschlossene Sache: Das Europaparlament verabschiedete eine Verordnung, die Obergrenzen für die gegenseitige Gebührenabrechnung zwischen europäischen Mobilfunkunternehmen festlegt.

Damit steht der Abschaffung der Roaming-Gebühren ab 15. Juni nichts mehr im Weg. Ab diesem Tag können Handykunden EU-weit ohne zusätzliche Gebühren mit ihrem Handy telefonieren, SMS versenden oder im Internet surfen.

Missbrauchsklausel

Die Neuregelung enthält allerdings eine Missbrauchsklausel. Sie soll verhindern, dass etwa ein in Deutschland lebender Konsument einen Handyvertrag in einem anderen Land abschliesst, wo die Gebühren deutlich billiger sind.

Die Aufhebung der Roaming-Gebühren ist das Ende eines langwierigen Prozesses. Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonie, SMS-Versand und Datennutzung im EU-Ausland bereits um 90 Prozent gefallen.

Kein Vorteil für Schweizer

Schweizer Konsumenten sind allerdings von der neuen Regelung nicht betroffen. Weil die Schweiz nicht zur EU gehört, profitieren Schweizer Telekomanbieter auch nicht von den regulierten Einkaufskonditionen. Aus diesem Grunde müssen die Schweizer weiterhin Gebühren für die Nutzung des Handys oder Tablets über Mobilfunknetze im Ausland zahlen.

Die massive Senkung der Roaminggebühren in der EU ab 2011 hatte indes indirekt Auswirkungen hierzulande. So kam es wiederholt zu politischen Vorstössen. Und die drei Riesen Swisscom, Sunrise und Salt haben seither wiederholt die Roamingtarife gesenkt. (woz/AFP)

Erstellt: 06.04.2017, 14:26 Uhr

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