EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland wegen Krim

Russische Firmen haben trotz des bestehenden Embargos Siemens-Turbinen auf die Krim geliefert. Die EU lässt dieses Vorgehen nicht zu.

Streitobjekte: Siemens-Gasturbinen aus dem Werk in Görlitz (Bundesland Sachsen), der östlichsten Stadt Deutschlands. (Archiv)

Streitobjekte: Siemens-Gasturbinen aus dem Werk in Görlitz (Bundesland Sachsen), der östlichsten Stadt Deutschlands. (Archiv) Bild: Matthias Rietschel/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wegen der rechtswidrigen Weiterleitung von Siemens-Gasturbinen auf die annektierte Halbinsel Krim hat die EU neue Sanktionen gegen Russland beschlossen. Die Strafmassnahmen zielen unter anderem auf den russischen Vize-Energieminister Andrej Tscheresow, wie die EU am Freitag in Brüssel bekannt gab.

Zudem betroffen seien zwei weitere russische Staatsbürger sowie drei russische Unternehmen. Ihr Vermögen werde eingefroren, sie würden zudem mit einem Einreiseverbot in die EU belegt. Die EU zog mit den neuen Sanktionen die politischen Konsequenzen aus dem Fall, auf den der Siemens-Konzern bereits mit einer Strafanzeige gegen einen russischen Geschäftspartner reagiert hatte.

Für den Konzern «rechtswidrig»

Im Juli war bekannt geworden, dass vier Gasturbinen, die Siemens nach Südrussland verkauft hatte, gegen den Willen des Konzerns auf die Krim gebracht worden waren. Siemens bezeichnete dies als «rechtswidrig».

Russland hatte die ukrainische Halbinsel Krim im Frühling 2014 ins eigene Staatsgebiet aufgenommen. Seitdem ist die Region mit EU-Sanktionen belegt, an die sich auch die europäischen Unternehmen halten müssen.

Mit der Weitergabe der Siemens-Turbinen auf die Krim habe Russland eine von der Ukraine unabhängige Energieversorgung auf der Halbinsel aufbauen wollen, erklärte die EU nun zur Begründung der Strafmassnahmen. Dieser Schritt ziele auf die «Trennung der Krim von der Ukraine» ab. (fal/sda)

Erstellt: 04.08.2017, 18:18 Uhr

Artikel zum Thema

«Ihr habt die Krim genommen, aber jetzt ist Schluss»

Ganz anders als sein Chef bezeichnet der neue US-Aussenminister Rex Tillerson Russland als «Gefahr». Trotzdem zögert er, sich hinter die Ukraine zu stellen, wo die Gewalt wieder eskaliert. Mehr...

Ukrainischer Geheimdienst verbietet russischer ESC-Kandidatin die Einreise

Video Grund ist ein Auftritt der Sängerin auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home Einrichtungskonzept: prallvoll

Never Mind the Markets Echte und unechte Rezessionen

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Jeder besitzt hier ein Boot: Menschen aus dem «schwimmenden Dorf» auf dem Inle See in Myanmar fahren am frühen Morgen mit ihren Booten über einen Fluss des Dorfes. (18. Februar 2019)
(Bild: Ye Aung THU) Mehr...