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EU will dem Konsumenten die Qual der Wahl erleichtern

Das EU-Parlament hat grünes Licht für bessere Informationen über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln gegeben. In Zukunft sind Angaben über Salz, Fett, Zucker auf Verpackungen Pflicht. Die Schweiz zieht mit.

Was steckt in den Lebensmitteln? Strengere Deklarationsvorschriften sollen die Konsumenten besser informieren.
Was steckt in den Lebensmitteln? Strengere Deklarationsvorschriften sollen die Konsumenten besser informieren.
Keystone

Der nach langen und zähen Verhandlungen zwischen EU-Parlament und Ministerrat (Vertretung der Mitgliedstaaten) erzielte Kompromiss wird voraussichtlich noch vor Ende des Jahres in Kraft treten. Für die Umsetzung wurden der Lebensmittelindustrie jedoch Fristen von drei bis fünf Jahren eingeräumt. Die Regelungen werden also frühestens 2014 verbindlich.

Künftig muss auf den Lebensmittelverpackungen der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker, Salz, Proteinen und Kohlehydraten pro hundert Gramm deutlich sichtbar angegeben werden. Das «Nährwertkästchen» wird erstmals verpflichtend. Allergene sollen in der Zutatenliste fett gedruckt werden, damit sie besser zu erkennen sind. Auch Restaurants und Kantinen müssen auf auf Allergene hinweisen.

Lebensmittelimitate erkenntlich machen

Für Frischfleich und -fisch muss der Ursprung angegeben werden - nicht aber für verarbeitete Fleisch- und Fischprodukte. Heute ist diese Ursprungsbezeichnung nur für frisches Rindfleisch obligatorisch. Lebensmittelimitate sollen mit Hinweisen wie «aus Hühnerfleischstücken zusammengesetzt» oder «aus Fischstücken zusammengesetzt» erkenntlich gemacht werden.

Die von Konsumentenschützern geforderte «Ampelkennzeichnung» in den Farben Rot, Gelb und Grün wird nicht vorgeschrieben. Die Lebensmittelindustrie mit multinationalen Grosskonzernen wie Nestlé war gegen die geplante Ampel-Kennzeichnung Sturm gelaufen. Die Firmen befürchteten, dass Konsumenten durch rote oder gelbe Signale abgeschreckt werden könnten.

Nächste Schritte in der Schweiz

In der Schweiz wird «gleichzeitig wie in der EU» die Nährwertkennzeichnung obligatorisch werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Homepage schreibt. Die Angabe des Nährwerts, wie sie schon heute auf vielen Produkten zu finden sei, werde aber nicht ausreichen, das hätten Konsumentenbefragungen bestätigt.

Viele Konsumentinnen und Konsumenten wünschten sich weitere Entscheidungshilfen für die Wahl von gesunden Lebensmitteln, heisst es beim BAG.

Mit Konsumentenorganisationen und der Lebensmittelwirtschaft werde die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung Massnahmen testen. Dazu würden Vorschläge erarbeitet, wie die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz künftig bei der Auswahl gesunder Lebensmittel unterstützt werden können.

SDA/pbe

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