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EU-Parlament fordert besonderen Schutz für weibliche Flüchtlinge

Während des Asylverfahrens sollen Frauen Zugang zu eigenen Schlafräumen und sanitären Anlagen haben. Allgemein sollen Frauen besser vor Gewalt geschützt werden.

Gemäss dem UNO-Flüchtlingskommissariats sind zurzeit 55 Prozent aller Flüchtlinge Frauen und Kinder: In Idomeni lehnt sich eine Frau am Grenzzaun zu Mazedonien an. (8. März 2016)
Gemäss dem UNO-Flüchtlingskommissariats sind zurzeit 55 Prozent aller Flüchtlinge Frauen und Kinder: In Idomeni lehnt sich eine Frau am Grenzzaun zu Mazedonien an. (8. März 2016)
Vadim Ghirda, Keystone

Während des Asylverfahrens solle sichergestellt werden, dass es für Frauen in Flüchtlingsunterkünften eigene Schlafräume und sanitäre Anlagen gebe, das verlangte das EU-Parlament am Dienstag in einer Entschliessung.

Notwendig sei auch eine auf Frauen ausgerichtete Gesundheitsversorgung, etwa pränatale oder postnatale Betreuung. Viele Frauen seien mit Kindern unterwegs, für sie sollten die Aufnahmeländer während der Dauer der Asylverfahren eine Betreuungsmöglichkeit anbieten, verlangte das Parlament weiter.

Zurzeit 55 Prozent Frauen und Kinder

Bei der Prüfung der Asylanträge sollten zudem «geschlechtsspezifische Formen von Gewalt» berücksichtigt werden – etwa Vergewaltigung, Gewalt in der Ehe, Zwangsheirat oder sexuelle Verstümmelungen. Ausserdem müssten Frauen darüber informiert werden, dass sie unabhängig vom Ehemann einen eigenen Asylantrag stellen können.

Das Europaparlament verwies auf Angaben des UNO-Flüchtlingskommissariats (UNHCR), wonach der Anteil von Frauen und Kindern unter den Flüchtlingen seit Mitte vergangenen Jahres stark angestiegen ist – von 27 Prozent im Juni 2015 auf derzeit rund 55 Prozent.

UNO warnt vor Abschottungsversuchen

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hatte im Strassburger Plenarsaal zuvor auf die besonders dramatische Lage der weiblichen Flüchtlinge verwiesen. Viele von ihnen seien ohne männliche Verwandte unterwegs und so skrupellosen Schleppern ausgeliefert. Zahlreiche Frauen würden auf der Flucht Opfer von sexueller Gewalt und sexuell motiviertem Menschenhandel.

Zugleich warnte der Italiener die EU vor Abschottungsversuchen: «Der Bau von Zäunen und Mauern ist keine Lösung.» Solche Massnahmen verschlimmerten nur noch das Leiden von Menschen, die schon viel gelitten hätten.

Die EU müsse vielmehr ein Asylverfahren mit einheitlichen Normen schaffen. Ausserdem müsse sie die legalen Einreisemöglichkeiten verbessern. So hätten mehr Flüchtlinge eine Alternative zu Schleppern.

SDA/mch

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