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«Europa braucht eine Grundsatzdiskussion»

Die Währungsunion hangelt sich von Rettung zu Rettung – und verliert so das Vertrauen der Bürger. Buchautor und Politikanalyst Nicolaus Heinen über den Fall Zypern und seine Auswirkungen.

Herr Heinen, welchen Schaden hat das Gezerre um Zypern Europa zugefügt? Umfragen zeigen, dass das Vertrauen in die europäische Politik in den letzten Monaten stark gelitten hat – das Hin und Her in der Rettung Zyperns dürfte diese Entwicklung noch weiter verstärkt haben. Die unvorsichtigen Äusserungen, Zypern sei ein Modellfall für andere Euroländer, haben weitere Verunsicherung geschaffen. Die Bürger sind verunsichert. Allein in Deutschland fürchtet über die Hälfte der Sparer, dass ihre Einlagen vor dem Zugriff der Politik nicht sicher sind.

In Zypern werden nun Kapitalkontrollen eingeführt. Verhindert dies den Bankensturm? Das kann allenfalls ein Teil der Lösung sein. Niemand kann bis heute abschätzen, wie viel Geld bereits aus Zypern abgezogen wurde. Es besteht Anlass zur Sorge, dass es bereits in den Tagen vor und während der Verhandlungen zu grösseren Abflüssen gekommen ist. Gut möglich, dass man von den Einlegern am Schluss gar nicht so viele Gelder wie geplant wird einziehen können – und dass Zypern seinen Eigenanteil an Hilfen nur schwer wird stemmen können.

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