EU verbietet Chauffeuren, in ihren LKWs zu schlafen

Nach stundenlangen Verhandlungen haben die EU-Verkehrsminister strengeren Regeln für Fernfahrer ausserhalb ihres Heimatmarktes zugestimmt.

Die Regeln sehen unter anderem vor, dass Fernfahrer zwischen zwei Aufträgen eine Karenzzeit von mindestens fünf Tagen einhalten müssen: Lastwagen auf einem Rastplatz. (Archiv)

Die Regeln sehen unter anderem vor, dass Fernfahrer zwischen zwei Aufträgen eine Karenzzeit von mindestens fünf Tagen einhalten müssen: Lastwagen auf einem Rastplatz. (Archiv) Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die EU-Verkehrsminister haben sich mehrheitlich auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lastwagen-Fahrern in der EU geeinigt. Für gleiche Arbeit am gleichen Ort solle gleicher Lohn gelten, teilte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer in der Nacht auf Dienstag in Brüssel mit.

Ausserdem sollten die Fahrer ihre wöchentliche Ruhezeit nicht mehr in ihren Führerhäusern verbringen. Hofer sprach in einer Pressekonferenz von einem «absoluten Kabinenschlafverbot». Dies gilt jedoch nur für die wöchentliche Ruhezeit, nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht.

Mit dem Beschluss soll Lohn-Dumping erschwert werden. Nun muss noch eine Einigung mit dem EU-Parlament gefunden werden, bevor die Änderungen in Kraft treten können. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von etwa zwei Millionen Kraftfahrern in Europa würden verbessert, sagte Hofer weiter. Die Missstände auf überfüllten Autobahnparkplätzen würden demnach ebenfalls beseitigt.

Maximal vier Wochen unterwegs

Vor allem westeuropäische Staaten beklagten seit geraumer Zeit, dass im Transportgewerbe Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb herrschten. Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen und Schweden hatten sich im vergangenen Jahr mit Deutschland zusammengeschlossen, um dagegen vorzugehen.

Bemängelt wurde dabei auch, dass Fahrer teilweise wochenlange Touren ohne eine Rückkehr nach Hause absolvieren müssten. Dem Verkehrsminister-Beschluss zufolge dürfen die LKW-Fahrer nun maximal vier Wochen am Stück in Europa unterwegs sein. (nag/sda)

Erstellt: 04.12.2018, 11:13 Uhr

Artikel zum Thema

LKW-Chauffeure fürchten sich vor Dumpinglöhnen

SonntagsZeitung Schweizer Chauffeure unter Druck: Spediteure setzen auf günstige Ausländer. Mehr...

Lastwagen fahren ab 3000 Franken pro Monat

Der Schweiz fehlen tausende Chauffeure. Diese kommen jetzt aus dem Ausland – viele als unechte Grenzgänger. Mehr...

Volvo verkaufte Lastwagen mit Abgas-Problemen

Ein mangelhaftes Bauteil könnte gravierende Folgen haben. Die Aktie des Unternehmens stürzt ab. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...