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Ex-Terroristen nennen Namen von Bubacks angeblichem Mörder

Zwei ehemalige RAF-Mitglieder behaupten, den mutmasslichen Täter in einem der bekanntesten deutschen Kriminalfälle zu kennen – und dies wenige Tage vor Beginn des Prozesses gegen Verena Becker.

Will den Schuss nicht abgefeuert haben: Das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker hat sich heute im Buback-Prozess vor Gericht geäussert. (10. Mai 2012)
Will den Schuss nicht abgefeuert haben: Das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker hat sich heute im Buback-Prozess vor Gericht geäussert. (10. Mai 2012)
Keystone
Glaubt an Verena Beckers Schuld: Der Sohn des getöteten deutschen Generalbundesanwalts Siegfried Buback, Michael Buback. (10. Mai 2012)
Glaubt an Verena Beckers Schuld: Der Sohn des getöteten deutschen Generalbundesanwalts Siegfried Buback, Michael Buback. (10. Mai 2012)
Reuters
Erschossen wurde Buback vom Beifahrer eines Motorrades. Die Ermittler stellten es noch am selben Tag sicher.
Erschossen wurde Buback vom Beifahrer eines Motorrades. Die Ermittler stellten es noch am selben Tag sicher.
Keystone
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Wenige Tage vor Beginn des Prozesses gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker wegen mutmasslicher Beteiligung am Anschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 gibt es neue Äusserungen zum angeblichen Todesschützen.

«Spiegel online» berichtete am Montag, die früheren RAF-Mitglieder Silke Maier-Witt und Peter-Jürgen Boock hätten übereinstimmend den ehemaligen RAF-Kämpfer Stefan Wisniewski als den Mörder Bubacks benannt. Quelle seien exklusive Interviews mit «Spiegel TV», die am 3. Oktober auf RTL ausgestrahlt würden.

Wer sass hinten auf dem Motorrad?

Verena Becker sei nicht die Schützin auf dem Rücksitz des Motorrades gewesen, von dem aus die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden. Weiter hiess es, das Motorrad sei damals von dem RAF-Mitglied Günter Sonnenberg gesteuert worden.

Die Auffassung der Bundesanwaltschaft, die Becker nicht für die Todesschützin hält, würde dadurch bestätigt. Die 58-jährige Becker ist angeklagt, das Attentat auf Buback und seine beiden Begleiter massgeblich mit geplant und die RAF-Bekennerschreiben dazu mit verbreitet zu haben. Gegen den 57-jährigen Wisniewski ermittelt die Bundesanwaltschaft seit 2007 wegen einer möglichen Beteiligung am Buback-Attentat. Bisher allerdings ohne Ergebnis.

Codeworte: «Dem Onkel geht es wieder gut»

Boock hatte schon 2007 gesagt, dass nach seinen Kenntnissen Wisniewski geschossen habe. Maier-Witt habe nun ihr über 30-jähriges Schweigen zu den Tätern von Karlsruhe gebrochen, berichtete «Spiegel online» weiter. Nach Maier-Witts Angaben hat Wisniewski nach erfolgreicher Flucht vom Anschlagsort noch am Tattag des 7. April 1977 per Telefon das Gelingen der Operation durchgegeben. Boock sagte «Spiegel TV»: «Die Codeworte waren: ‹Dem Onkel geht es wieder gut!›»

Boock selbst sei dabei gewesen, als Brigitte Mohnhaupt, die damalige Anführerin der zweiten RAF-Generation, den Anruf Wisniewskis in einer konspirativen Wohnung in Amsterdam entgegengenommen habe, hiess es weiter. Mohnhaupt habe anschliessend Sieglinde Hofmann von dem Telefonat unterrichtet, da Hofmann als damalige Geliebte Wisniewskis in grosser Sorge um ihren Freund gewesen sei. Hofmann wiederum habe ihr von den Details berichtet, bestätigte Silke Maier-Witt.

dapd/oku

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