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Ex-Terroristin Becker schweigt vor Gericht

Seit heute Morgen steht das Ex-RAF-Mitglied Verena Becker vor dem Richter. Der Prozess soll Klarheit in eines der grössten Rätsel der deutschen Kriminalgeschichte bringen.

Will den Schuss nicht abgefeuert haben: Das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker hat sich heute im Buback-Prozess vor Gericht geäussert. (10. Mai 2012)
Will den Schuss nicht abgefeuert haben: Das ehemalige RAF-Mitglied Verena Becker hat sich heute im Buback-Prozess vor Gericht geäussert. (10. Mai 2012)
Keystone
Glaubt an Verena Beckers Schuld: Der Sohn des getöteten deutschen Generalbundesanwalts Siegfried Buback, Michael Buback. (10. Mai 2012)
Glaubt an Verena Beckers Schuld: Der Sohn des getöteten deutschen Generalbundesanwalts Siegfried Buback, Michael Buback. (10. Mai 2012)
Reuters
Erschossen wurde Buback vom Beifahrer eines Motorrades. Die Ermittler stellten es noch am selben Tag sicher.
Erschossen wurde Buback vom Beifahrer eines Motorrades. Die Ermittler stellten es noch am selben Tag sicher.
Keystone
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Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker schweigt im Mordprozess zum Buback-Attentat von 1977 zum Tatvorwurf. Ihr Anwalt Walter Venedey sagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart: «Frau Becker möchte weder zur Person noch zur Sache derzeit weitere Angaben machen.» Zuvor hatte die 58-Jährige Becker lediglich einiges zu ihrer Personen gesagt.

Bei der Verlesung der Anklageschrift warf Bundesanwalt Walter Hemberger Becker vor, gemeinschaftlich mit anderen handelnd «aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch drei Menschen getötet zu haben».

Grosses Medieninteresse

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat 17 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember angesetzt. Heute Donnerstag soll die Anklageschrift verlesen werden. Dass Becker aussagen wird, gilt als unwahrscheinlich. Ursprünglich sollte am Donnerstagnachmittag als erster Zeuge ein Beamter des Bundeskriminalamts vernommen werden. Er ist jedoch nach Angaben des Gerichts erkrankt und kann daher nicht erscheinen. Zu dem Prozess, der unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, wurden mehr als 50 Medienvertreter - teils aus dem Ausland - erwartet.

Bis heute ist ungeklärt, welches RAF-Mitglied bei dem Attentat in Karlsruhe die tödlichen Schüsse auf den 57-jährigen Buback und dessen zwei Begleiter - den 30-jährigen Fahrer Wolfgang Göbel und den 43-jährigen Justizwachtmeister Georg Wurster - abgefeuert hat. Buback wurde in seinem Dienstwagen von einem Motorrad aus erschossen, auf dem zwei Personen sassen.

Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts und Nebenkläger in dem Prozess, will nachweisen, dass Becker geschossen hat. Die Bundesanwaltschaft geht hingegen nicht davon aus, dass Becker die Todesschützin war. Im Zusammenhang mit dem Buback-Attentat wurden in den 1980er Jahren die RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar und Knut Folkerts wegen Mordes verurteilt - allerdings lediglich als «Mittäter». Auch Becker war wegen einer anderen Tat bereits zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt und 1989 begnadigt worden.

dapd/oku

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