Festnahme nach tödlichem Schuss auf CDU-Politiker

Der deutsche Politiker Walter Lübcke ist vor einer Woche Opfer eines Tötungsdelikts geworden. Nun hat die Polizei eine Person zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen.

In der Nacht auf den 2. Juni erschossen: Walter Lübcke, CDU-Politiker aus Hessen. Bild: AFP/Uwe Zucchi

In der Nacht auf den 2. Juni erschossen: Walter Lübcke, CDU-Politiker aus Hessen. Bild: AFP/Uwe Zucchi

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Im Fall des getöteten Regierungspräsidenten Walter Lübcke im deutschen Kassel hat die Polizei eine Person vorläufig in Gewahrsam genommen. Das teilte ein Sprecher der Sonderkommission am Samstagabend mit. Einzelheiten über die Person wollte er auch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

Inzwischen ist der in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. «Er wurde befragt und konnte danach gehen», sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Mehr Details gab er nicht bekannt.

Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» («FAZ») berichtet und von einer Festnahme gesprochen. Die Polizei habe die Festnahme bestätigt, berichtete der Hessische Rundfunk am Samstag beim Kurzmitteilungsdienst Twitter.

«Wollen Informationen gewinnen»

Es handle es sich um einen jüngeren Mann, der in privater Beziehung zu dem 65-jährigen CDU-Politiker gestanden sein solle, berichtete die «FAZ» unter Berufung auf Ermittlerkreise. Dort heisse es, man sei sich sicher, den Täter identifiziert zu haben. Auf die Spur des Mannes sei die Polizei durch die umfangreiche Auswertung privater Daten des Getöteten gekommen. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört, schrieb die «FAZ» weiter. Offenbar habe es darüber hinaus weitere Anhaltspunkte gegeben, die zur Festnahme geführt hätten.

«Wir haben die Person bei uns und wollen Informationen gewinnen», sagte der Sprecher der Polizei der Nachrichtenagentur DPA. Sie könne noch nicht als verdächtigt bezeichnet werden. Sie sei am Samstagnachmittag in Gewahrsam genommen worden. Den Ort wollte der Sprecher nicht nennen. Wann weitere Informationen bekanntgegeben werden, sei noch unklar.

Aus nächster Nähe erschossen

Lübcke war in der Nacht auf Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe mit einer «Kurzwaffe» abgegeben worden. In der Tatnacht hatte nur wenige Meter entfernt vom Haus des CDU-Politikers ein Volksfest stattgefunden.

Bis Samstagmittag waren 160 Hinweise aus der Bevölkerung zu den möglichen Umständen des Todes von Lübcke eingegangen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und die eingerichtete Sonderkommission der Polizei mitteilten. Bis Donnerstag waren es 80 Hinweise - kurz zuvor hatte das ZDF in «Aktenzeichen XY... ungelöst» einen Zeugenaufruf ausgestrahlt. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten die Bevölkerung am Samstag weiter um Mithilfe gebeten. Am Donnerstag findet eine Trauerfeier für den Regierungspräsidenten statt. (sda)

Erstellt: 09.06.2019, 04:19 Uhr

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