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Kontakt zu Amri? Verdächtiger in Berlin verhaftet

In Berlin-Tempelhof haben Ermittler Wohn- und Geschäftsräume eines 40-jährigen Tunesiers durchsucht.

Im Visier: Anis Amris telefonische Kontakte. (Archiv)
Im Visier: Anis Amris telefonische Kontakte. (Archiv)
BKA
Bilder einer Überwachungskamera zeigen Anis A. bei der Ankunft in Mailand am Freitag, 23. Dezember, um 1 Uhr morgens. (veröffentlicht 27. Dezember 2016)
Bilder einer Überwachungskamera zeigen Anis A. bei der Ankunft in Mailand am Freitag, 23. Dezember, um 1 Uhr morgens. (veröffentlicht 27. Dezember 2016)
Polizia di Stato/Stringer, AFP
Der Tunesier habe Kontakte zu salafistischen Kreisen unterhalten und sei als «Gefährder» eingestuft worden, also als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung.
Der Tunesier habe Kontakte zu salafistischen Kreisen unterhalten und sei als «Gefährder» eingestuft worden, also als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung.
BKA
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Neun Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche hat die Polizei in der Hauptstadt einen Kontaktmann des mutmasslichen Attentäters Anis Amri festgenommen.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Tunesier aus Berlin, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Demnach durchsuchten Ermittler des Bundeskriminalamts die Wohn- und Geschäftsräume des Mannes.

Im Mobiltelefon Amris, das am Tatort gefunden worden war, sei die Nummer des Festgenommenen gespeichert gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Die Ermittlungen deuteten darauf hin, dass er in den Anschlag eingebunden gewesen sein könnte. Inwieweit sich der Verdacht erhärten lasse, bleibe abzuwarten. Bis Donnerstag werde geprüft, ob ein Haftbefehl beantragt werde, hiess es.

Flüchtete Amri im Bus von Amsterdam nach Lyon?

Zudem wurden weitere Details über die Fluchtroute Amris bekannt. Er ist möglicherweise über die Niederlande geflohen. Die Ermittler gingen Hinweisen nach, wonach der 24-jährige Tunesier Anis Amri auf seiner Flucht über Frankreich nach Italien diesen Weg genommen haben könnte, sagte ein Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Untersuchungen dauerten aber noch an.

Der Tunesier sei in der Nacht zum 22. Dezember von der niederländischen Stadt Nimwegen mit einem Fernbus ins östfranzösische Lyon gefahren, verlautete aus französischen Ermittlerkreisen. Nimwegen liegt nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.

Ermittler rätseln über Ausreise aus Berlin

Der Bus fuhr den französischen Ermittlern zufolge zum Bahnhof Lyon-Part-Dieu, wo Amri später von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Von Lyon aus fuhr der 24-Jährige mit dem Zug in die französische Alpenstadt Chambéry und dann nach Italien, ehe er am 23. Dezember bei einem Schusswechsel mit der Polizei an einem Mailänder Vorortbahnhof getötet wurde. Die Ermittler untersuchen, wie Amri von Berlin nach Frankreich kam.

Amri soll bei dem Anschlag mit einem LKW auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember zwölf Menschen getötet und rund 50 verletzt haben. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Tat für sich in Anspruch genommen.

sda/afp/ij

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