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Flüchtlinge als politische Geiseln

Menschen als Geiseln zu nehmen, ist ein schweres Verbrechen. Doch genau dies tut die ungarische Regierung.

MeinungVon Bernhard Odehnal, Wien

Was in den vergangenen Tagen im Budapester Ostbahnhof und was am Donnerstag im Bahnhof Bicske passierte, hat nichts mehr mit der Über­forderung staatlicher Organe und mit der fehlenden gemeinsamen Flüchtlingspolitik Europas zu tun. Es ist der eiskalte Versuch, die Europäische Union zu erpressen – mit Männern, Frauen und Kindern aus Syrien, Afghanistan, Pakistan.

Dass ausgerechnet an jenem Tag, an dem der ungarische Regierungschef Viktor Orban in Brüssel verhandelte, die Polizei sich plötzlich vom Buda­pester Ostbahnhof völlig zurückzieht und damit das Chaos zulässt, kann wohl kaum ein Zufall sein. Es muss der Polizei auch bewusst gewesen sein, dass das Gedränge auf den Perrons und an den Waggon­türen lebensbedrohlich werden kann. Hier wurde aus politischem Kalkül das Leben der Flüchtlinge aufs Spiel gesetzt.

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