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Flüchtlingsschiff «Lifeline» darf in Malta anlegen

230 Migranten harren seit Tagen auf dem deutschen Rettungsschiff aus. Italien und Spanien liessen es nicht in ihre Häfen einlaufen.

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Dank EU-Vermittlung: Die «Lifeline» darf in Malta anlegen.
Dank EU-Vermittlung: Die «Lifeline» darf in Malta anlegen.
Reuters

Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline darf nach tagelangem Warten auf dem Mittelmeer in Malta anlegen. Dies teilte am Dienstag die italienische Regierung mit.

Er habe mit dem maltesischen Premierminister Joseph Muscat telefoniert, erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte: «Das Schiff der NGO Lifeline wird in Malta anlegen.»

Conte willigt ein

Rom hatte sich zuvor geweigert, das Schiff in einem italienischen Hafen anlegen zu lassen. Und Malta hatte der «Lifeline» zunächst wie Italien das Anlaufen eines Hafens verweigert.

Etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder harren seit Donnerstag auf dem Schiff «Lifeline» der Dresdner Organisation im Meer vor Malta aus.

Italien werde einen Teil der an Bord befindlichen Migranten übernehmen, sagte Conte. Und er hoffe, dass andere EU-Länder sich auch dazu bereit erklären werden.

Zuerst traf das italienische Marineschiff «Dattilo» mit über 200 Flüchtlingen an Bord in Valencias Hafen ein. (17. Juni 2018)
Zuerst traf das italienische Marineschiff «Dattilo» mit über 200 Flüchtlingen an Bord in Valencias Hafen ein. (17. Juni 2018)
Pau Barrena, AFP
Journalisten warten in Valencia auf die Ankunft der Flüchtlinge
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Pau Barrena, AFP
Die Odyssee der «Aquarius» dauerte neun Tage.
Die Odyssee der «Aquarius» dauerte neun Tage.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Mindestens 80 Flüchtlinge mussten behandelt werden, weil sie seekrank wurden.
Mindestens 80 Flüchtlinge mussten behandelt werden, weil sie seekrank wurden.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen, «die den Kriterien des Asylrechts entsprechen», teilte das Pariser Aussenministerium mit.
Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen, «die den Kriterien des Asylrechts entsprechen», teilte das Pariser Aussenministerium mit.
Karpov/SOS Mediterranee, Reuters
Zuletzt teilte das Aussenministerium mit, Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen.
Zuletzt teilte das Aussenministerium mit, Frankreich sei bereit, Passagiere des Schiffs aufzunehmen.
Karpov/SOS Mediterranee, Keystone
Das Flüchtlingsschiff Aquarius trat mit 106 Menschen an Bord die Reise nach Spanien an. Die restlichen 523 sind laut Ärzten ohne Grenzen je an ein Schiff der italienischen Küstenwache und der italienischen Marine übergeben worden.
Das Flüchtlingsschiff Aquarius trat mit 106 Menschen an Bord die Reise nach Spanien an. Die restlichen 523 sind laut Ärzten ohne Grenzen je an ein Schiff der italienischen Küstenwache und der italienischen Marine übergeben worden.
Tony Gentile, Reuters
«Italien kann keine heuchlerischen Lektionen von Ländern akzeptieren, die bei Einwanderungsfragen den Kopf wegdrehen», sagte Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega. Er fordert eine offizielle Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
«Italien kann keine heuchlerischen Lektionen von Ländern akzeptieren, die bei Einwanderungsfragen den Kopf wegdrehen», sagte Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega. Er fordert eine offizielle Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Ettore Ferrari/Ansa/AP, Keystone
Die Aquarius nahm Hunderte Flüchtlinge auf, die gerettet worden waren.
Die Aquarius nahm Hunderte Flüchtlinge auf, die gerettet worden waren.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, AFP
Spanien hatte sich bereit erklärt, die 629 Flüchtlinge aufzunehmen. (11. Juni 2018)
Spanien hatte sich bereit erklärt, die 629 Flüchtlinge aufzunehmen. (11. Juni 2018)
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Erstmals hatte Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.
Erstmals hatte Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Italien wollte beweisen, dass in der Migrationskrise künftig eine harte Hand gezeigt wird.
Italien wollte beweisen, dass in der Migrationskrise künftig eine harte Hand gezeigt wird.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
Die Aquarius von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus.
Die Aquarius von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus.
Kenny Karpov/SOS Méditerranée via AP, Keystone
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Malta hatte zuvor erklärte, es liefen Diskussionen, ob die «Lifeline» in Malta anlegen dürfe – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Migranten dann auf EU-Länder verteilt würden.

Frankreichs Regierungssprecher sagte am Dienstag, es zeichne sich eine Lösung ab. Falls das Schiff auf Malta anlege, wäre Frankreich bereit, ein Team zu schicken, um Asylanträge von Migranten an Bord zu bearbeiten.

EU vermittelte

Insgesamt etwa sechs Länder, darunter Italien, Frankreich, Spanien und Malta, würden die rund 230 Migranten von der «Lifeline» aufnehmen, berichteten italienische Medien.

Die Einigung zwischen Italien und Malta sei dank der Vermittlung des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk erfolgt.

(SDA)

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