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Frankreich baut den neuen Dschungel

Sie sind möbliert, geheizt und bieten Platz für zwölf Flüchtlinge: In Calais werden feste Wohncontainer für Migranten errichtet.

Umstrittenes Flüchtlingslager: Freiwillige bringen ein Zelt in den «neuen Dschungel». (12. November 2015)
Umstrittenes Flüchtlingslager: Freiwillige bringen ein Zelt in den «neuen Dschungel». (12. November 2015)
Denis Charlet, AFP
Die 125 möblierten und geheizten Container können jeweils zwölf Menschen aufnehmen.
Die 125 möblierten und geheizten Container können jeweils zwölf Menschen aufnehmen.
Denis Charlet, AFP
Im Flüchtlingscamp herrschten bislang teilweise prekäre Zustände.
Im Flüchtlingscamp herrschten bislang teilweise prekäre Zustände.
Stephanie Lecocq, Keystone
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In dem umstrittenen Flüchtlingslager in Calais in Nordfrankreich ist mit der Errichtung fester Unterkünfte zur Unterbringung von rund 1500 Migranten begonnen worden. Planierraupen begannen am Donnerstag, in dem Lager «Neuer Dschungel» am Rande der nordfranzösischen Hafenstadt die Dünen auf einer Fläche von vier Hektar einzuebnen.

Dort sollen bis Mitte Dezember 125 Wohncontainer aufgestellt werden. Freiwillige brachten die Flüchtlinge, die bisher auf dem Gelände gelebt hatten, in eine «Pufferzone», in welcher der Zivilschutz 50 Zelte mit jeweils zehn Plätzen errichtet hat.

Geheizt und möbliert

Stéphane Duval vom Verein Vie Active sagte, die Flüchtlinge in den Zelten würden bei der Unterbringung in den Containern bevorzugt behandelt werden. Die Umsiedlung der Flüchtlinge in die «Pufferzone» werde sich aber womöglich verzögern.

Vie Active betreibt bereits ein Aufnahmezentrum in dem Lager und soll auch das neue Containerlager betreuen. Die 125 möblierten und geheizten Container können jeweils zwölf Menschen aufnehmen. Die Errichtung der Unterkünfte war bei einem Besuch von Premierminister Manuel Valls Ende August angekündigt worden.

Über den Ärmelkanal nach Grossbritannien

Die Kosten für das Containerdorf belaufen sich auf 18 Millionen Euro und werden vom französischen Staat und der Europäischen Union getragen. Die Behörden bemühen sich derzeit, die Lebensumstände in dem improvisierten Lager am Rande von Calais zu verbessern und Flüchtlinge in Wohnheime in anderen Landesteilen umzusiedeln.

Derzeit befinden sich rund 4500 Flüchtlinge in dem Lager. Sie hoffen, durch den Eurotunnel oder auf Fähren über den Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen, wo sie sich bessere Lebenschancen ausrechnen.

Kritik an Aktivisiten

In den vergangenen Tagen gab es am Rande des Hafens wiederholt gewaltsame Zusammenstösse zwischen Polizei und Flüchtlingen, die von linken Aktivisten der Gruppe No Border unterstützt wurden. Der Innenministeriumssprecher Pierre-Henry Brandet warf am Donnerstag den Aktivisten vor, «die Migranten zum Aufstand zu drängen».

Die Gruppe No Border, die sich für die Abschaffung der Grenzen einsetzt, nutze die Verzweiflung der Flüchtlinge für ihre eigenen Zwecke aus und dränge sie zu Angriffen auf die Polizei, kritisierte Brandet im Sender France Info.

SDA/dia

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