Zum Hauptinhalt springen

«Fukushima hat meine Haltung verändert»

Die deutsche Bundeskanzlerin hat sich nach Fukushima von der Befürworterin zur Gegnerin der Nukleartechnologie gewandelt. Erstmals ist sie genauer auf diese Kehrtwende eingegangen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Kehrtwende in der Atompolitik mit der veränderten Lage durch die drei Kernschmelzen in den Reaktoren von Fukushima begründet. Merkel sprach heute im Bundestag zum nun geplanten Atomausstieg bis 2022. In einer Regierungserklärung unterstrich die Kanzlerin: «Noch immer steigt radioaktiver Dampf in die Atmosphäre.» Ein Ende des Schreckens sei noch nicht in Sicht. «Deutschland steht weiter an der Seite Japans», betonte Merkel.

Die Ereignisse seien ein Einschnitt für die Welt, aber auch «ein Einschnitt für mich ganz persönlich», betonte die ausgebildete Physikerin Merkel. Das habe die Bewertung des Restrisikos der Atomenergie verändert. «Ich habe für mich eine neue Bewertung vorgenommen», sagte Merkel. Es gehe um die Verlässlichkeit von Risikoannahmen und Wahrscheinlichkeitsanalysen. «Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert.»

Acht deutsche Atomkraftwerke sollen als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima sofort stillgelegt werden. Die weiteren neun Anlagen sollen schrittweise von 2015 bis Ende 2022 vom Netz gehen. Bisher hatte Atomstrom einen Anteil von rund 22 Prozent an der Stromproduktion in Deutschland.

In einem Monat im Bundesrat

Der Bundestag beriet das neue Atom-Gesetz sowie die Novellen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in erster Lesung. Die Verabschiedung des Pakets zur Energiewende soll noch vor der Sommerpause erfolgen. Die Länderkammer (Bundesrat) soll die Gesetze abschliessend am 8. Juli billigen.

Die christlich-liberale Regierung hatte im vergangenen Jahr noch einen längeren Betrieb der Atomkraftwerke durchgesetzt. Durch eine Steuer auf die damit verbundenen zusätzlichen Gewinne sollte auch der Umstieg auf erneuerbare Energien verstärkt finanziert werden.

SDA/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch