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G8-Skandal von Genua: Viele Freisprüche

Mehr als sieben Jahre nach brutalen Übergriffen der Polizei auf Globalisierungsgegner während des G8-Gipfels in Genua ist mehr als die Hälfte der 29 Angeklagten freigesprochen worden.

Sieben Jahre nach dem G-8-Gipfel in Genua sind 13 Polizisten wegen eines gewaltsamen Einsatzes gegen Globalisierungskritiker verurteilt worden. Zum Abschluss eines dreijährigen Prozesses ordnete ein Gericht in Genua am Donnerstagabend wegen Amtsmissbrauchs und Körperverletzung Haftstrafen von einem Monat bis zu vier Jahren an. Ausserdem müssen die verurteilten Polizisten den Opfern Schadensersatz leisten.

Die Rechter sprachen 16 weitere Angeklagte frei. Zuschauer im Gerichtssaal kritisierten dies lautstark und riefen: «Schande!» Gegen alle Urteile kann Berufung eingelegt werden.

Mit äusserster Brutalität zusammengeschlagen

In dem Prozess ging es um eine Razzia in einer Schule zum Abschluss des G-8-Gipfels im Juli 2001. Viele der dort untergebrachten Globalisierungskritiker aus Italien und dem Ausland gaben an, sie seien im Schlaf von den Beamten angegriffen und mit äusserster Brutalität zusammengeschlagen worden.

Mindestens einer der verurteilten Beamten, Michelangelo Fournier, bestätigte, dass wehrlose Personen geschlagen worden seien. Nach der Razzia habe die Schule wie eine «Metzgerei» ausgesehen. Fournier wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Bei dem mehrtägigen Protesten gegen den G-8-Gipfel kam ein Demonstrant ums Leben. Mehr als 200 wurden verletzt. Im Sommer wurden 15 Beamte wegen der Verletzung der Rechte von inhaftierten Demonstranten verurteilt. Bereits 2007 erhielten 24 Demonstranten wegen unterschiedlicher Gewalttaten Haftstrafen von fünf Monaten bis zu elf Jahren.

SDA/sam

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