Ein handgeschriebener Aufruf an Deutschland

Unmittelbar am Anschlagsort in Berlin kamen etwa 800 Menschen zu einem Trauergottesdienst zusammen. Darunter waren auch Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck.

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Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin hat in der Gedächtniskirche am Dienstagabend ein Trauergottesdienst stattgefunden. Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt schrieben dabei ins Kondolenzbuch: «Wir trauern, wir stehen einander bei, wir verteidigen uns, wir verfallen nicht dem Hass.»

Auch Kanzlerin Angela Merkel und Aussenminister Frank-Walter Steinmeier trugen sich in das Kondolenzbuch ein. Steinmeier zeigte sich erschüttert darüber, «was Menschen Menschen antun.»

Auch Merkel schrieb einen Eintrag ins Kondolenzbuch – der Wortlaut scheint nicht bekannt. Die Kanzlerin hatte sich bereits zuvor erschüttert geäussert. «Das ist ein sehr schwerer Tag.» Sie denke in diesen Stunden zuallererst an die Toten und Verletzten. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint. Sie denke zudem an die Ermittler, Rettungskräfte und Polizisten und dankte ihnen «von Herzen für ihren schweren Einsatz».

Auch Gauck hielt wenige Stunden zuvor eine kurze Rede und rief die Deutschen zum Zusammenhalt auf. «Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen», sagte Gauck in Berlin. «Er wird unser Miteinander nicht spalten», betonte der Bundespräsident. Die Menschen hierzulande lebten in einer «starken Gemeinschaft», in der das Recht und die Menschlichkeit zählten. «Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker, wenn wir angegriffen werden», so der Bundespräsident.

«Wir lassen uns nicht zur Unmenschlichkeit verführen»

Am ökumenischen Gottesdienst in der Kirche unmittelbar am Anschlagsort nahmen auch jüdische und muslimische Geistliche sowie ein Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche teil. Unter den rund 800 Gästen waren auch Kanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

«Wir sind zusammengekommen, um vor Gott unser Erschrecken, unsere Trauer, unsere Fragen zu tragen», sagte der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer. Der Berliner Bischof Markus Dröge rief angesichts der «Terrortat» von Berlin zu gesellschaftlichem Zusammenhalt auf «Wir geben dem Terror nicht dadurch Recht, dass wir uns entzweien lassen», sagte er. «Wir lassen uns nicht zur Unmenschlichkeit verführen.»

(mch/sda)

Erstellt: 20.12.2016, 23:10 Uhr

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