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Griechen sind gegen Neuwahlen – Tsipras hat gute Chancen

Die Mehrheit der griechischen Bevölkerung lehnt die Neuwahlen ab. Trotzdem wird Alexis Tsipras voraussichtlich wiedergewählt.

Gute Chancen auf Wiederwahl: Alexis Tsipras bei der Übergabezeremonie an die neue Premierministerin Vassiliki Thanou in Athen. (27. August 2015)
Gute Chancen auf Wiederwahl: Alexis Tsipras bei der Übergabezeremonie an die neue Premierministerin Vassiliki Thanou in Athen. (27. August 2015)
Petros Giannakouris, Keystone

Griechenlands zurückgetretener Ministerpräsident Alexis Tsipras kann sich laut einer Umfrage Hoffnungen auf einen Sieg bei den Neuwahlen am 20. September machen. Dessen Syriza-Partei liegt mit 23 Prozent vorne, wie die Zeitung «Efimerida Ton Syntakton» am Freitag berichtete. Anfang Juli waren es noch 26 Prozent. Zudem lehnen 64 Prozent der Bevölkerung die Neuwahlen ab.

Laut der Wahlumfrage landet die konservative Partei Nea Dimokratia mit 19,5 Prozent auf dem zweiten Platz. Sie hatte im Juli nur 15 Prozent erreicht. Allerdings zeigten sich 25,5 Prozent der Wähler noch unschlüssig, für wen sie letztlich stimmen wollten.

Die neue Bewegung «Volkseinheit», die sich erst vor wenigen Tagen von Syriza im Streit über das neue Spar- und Hilfsprogramm abgespalten hatte, unterstützten nur 3,5 Prozent der Befragten. Tsipras bisheriger Koalitionspartner, die rechtsgerichteten «Unabhängigen Griechen» (Anel) blieben mit 2 Prozent gar unter der für den Parlamentseinzug notwendigen 3-Prozent-Schwelle. Insgesamt übertrafen nach der Meinungsumfrage acht Parteien diese Marke. Sie haben damit gute Aussichten, ins neue Parlament einzuziehen.

Mehrheit der Griechen gegen vorgezogene Neuwahl

Die Mehrheit der Griechen lehnt die vorgezogenen Neuwahlen ab. Bei einer Umfrage erklärten 64 Prozent der Befragten, sie seien mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, nur 24 Prozent hielten sie für richtig. Befragt wurden am Dienstag und Mittwoch 1000 Menschen. Die Griechen müssen in diesem Jahr zum dritten Mal wählen.

Eine deutliche Mehrheit sprach sich auch für einen Verbleib im Euro aus. 68 Prozent stimmten dem zu – auch wenn es noch stärkere Sparmassnahmen nach sich ziehen würde. Befragt, ob die Regierung für das dritte Rettungspaket den bestmöglichen Deal herausholte, antworteten 48 Prozent mit «Ja», 45 Prozent stimmten nicht zu.

Vassiliki Thanou übernimmt Übergangsregierung

Die griechische Interims-Regierungschefin Vassiliki Thanou hat am Freitag ihren Übergangs-Ministerrat zusammengerufen. Das Finanzministerium wird der langjährige Unterhändler in den Verhandlungen mit den Gläubigern, Giorgos Chouliarakis, führen. Er war bislang als Fachmann bei den Kreditverhandlungen dabei und soll das Vertrauen der Geldgeber-Experten haben. Aussenminister wird der altgediente Diplomat Petros Molyviatis. Die bekannte Popsängerin Alkistis Protopsalti führt das Tourismusministerium.

Alexis Tsipras war vergangene Woche zurückgetreten, weil Mitglieder seiner Syriza-Partei die Sparmassnahmen für das Rettungspaket nicht hatten mittragen wollen.

Thanou, die Präsidentin des obersten Gerichtshofs ist, ist die erste Frau an der Spitze einer griechischen Regierung. Die 65-Jährige wurde noch am Donnerstag als geschäftsführende Ministerpräsidentin vereidigt. Ihr Kabinett wird amtieren, bis nach den Wahlen eine neue Regierung gebildet ist.

SDA/ij

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