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Griechen warten auf Entscheid zum Sparpaket

In diesen Stunden stimmt das Parlament in Athen über das umstrittene Sparpaket ab. Für den Nachmittag haben die Gewerkschaften erneut zu Protesten aufgerufen.

Warten und Bangen: Zwei Passanten am Donnerstag vor der Bankfiliale, in der am Tag zuvor drei Menschen ums Leben gekommen waren.
Warten und Bangen: Zwei Passanten am Donnerstag vor der Bankfiliale, in der am Tag zuvor drei Menschen ums Leben gekommen waren.

Die Griechen blicken gebannt auf ihr Parlament. Dort soll an diesem Nachmittag die Entscheidung über das umstrittene Sparpaket fallen. Der für 13.30 Uhr geplante Beginn der Abstimmung wurde nun frühstens am späteren Nachmittag erwartet.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou appellierte in einer emotional geladenen Rede an die Abgeordneten: «Entweder stimmen wir für das Gesetz oder das Land geht Bankrott. Wir werden das nicht erlauben. Wir werden alles tun, damit das Land nicht Pleite geht.» Das Sparpaket soll das Land vor dem Bankrott retten und ist Voraussetzung für die Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euroländer in Höhe von 110 Milliarden Euro.

Polizei hat Verstärkung geholt

Bei der namentlichen Abstimmung wird über das Gesetz in seiner Gesamtheit entschieden. Mit einer Zustimmung wird gerechnet. Anschliessend soll es weitere Debatten über einzelne Artikel geben, wobei die Parteien hier vor allem ihre Haltung zu den verschiedenen Punkten erläutern.

Am späten Nachmittag und am Abend wollten Mitglieder der zwei wichtigsten Gewerkschaften des staatlichen und privaten Sektors (ADEDY und GSEE) am zentralen Syntagmaplatz gegen das Sparpaket protestieren. Die kommunistische Gewerkschaft PAME rief zur Kundgebung am Omonoia Platz auf. Auch ausserparlamentarische Organisationen wollten an den Protesten teilnehmen.

Aus Angst vor weiteren Ausschreitungen holte die Polizeidirektion von Athen Verstärkung aus den Provinzen. Fast 2500 zusätzliche Sicherheitsbeamte seien eingetroffen, hiess es im staatlichen Radio.

Identität der Attentäter schwierig zu ermitteln

Inzwischen gingen die Ermittlungen über den tödlichen Brandanschlag auf eine Bankfiliale weiter. Die Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, dass ein Vermummter zunächst die Scheiben der Bank mit einem Hammer einschlug. Anschliessend warfen mindestens drei andere Vermummte Molotowcocktails in das Gebäude.

Es werde sehr schwer sein, ihre Identität zu ermitteln, sagten Polizeiexperten. Am Vormittag kamen immer mehr Menschen vor der Bank zusammen und legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Zwei Frauen im Alter von 32 und 35 Jahren und ein 36-jähriger Mann waren bei dem Brandschlag ums Leben gekommen. Die 32- Jährige war im vierten Monat schwanger. Vergeblich hatten die drei Bankangestellten versucht, sich auf das Dach des mehrgeschossigen Gebäudes zu retten. Sie atmeten giftige Gase ein, fielen in Ohnmacht und starben in den Flammen.

SDA/oku

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