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Grönländer wählen Abbau von Bodenschätzen

Aus der Parlamentswahl in Grönland ist die bisherige Opposition als Siegerin hervorgegangen. Ihre Anführerin, Aleqa Hammond, steht für verstärkte Unabhängigkeit von Dänemark und den Abbau von Erzen ein.

Will das Verbot der Förderung radioaktiver Erze lockern: Die bürgerliche Herausforderin Aleqa Hammond bei der Stimmabgabe in Nuuk. (12. März 2013)
Will das Verbot der Förderung radioaktiver Erze lockern: Die bürgerliche Herausforderin Aleqa Hammond bei der Stimmabgabe in Nuuk. (12. März 2013)
Keystone

Die sozialdemokratische Partei Siumut hat die Parlamentswahl in Grönland gewonnen. Mit 42,8 Prozent der Stimmen setzte sie sich gemäss dem offiziellen Wahlresultat vom Mittwoch klar gegen die regierende Linkspartei mit 34,4 Prozent durch.

Siumut-Chefin Aleqa Hammond könnte somit die erste Ministerpräsidentin Grönlands werden. Dazu muss ihre Partei noch einen Koalitionspartner finden. Es wird erwartet, dass die Verhandlungen über eine neue Regierung mehrere Tage dauern.

Erzabbau im Mittelpunkt

Zu dem Urnengang am Dienstag waren 40'000 Wahlberechtigte aufgerufen. Das grönländische Parlament Inatsisartut in der Hauptstadt Nuuk hat 31 Sitze. Im Mittelpunkt des Wahlkampfes stand der Umgang mit ausländischen Firmen, die Grönlands Bodenschätze wie Seltene Erden, Uran und Öl fördern wollen.

Siumut spricht sich dafür aus, von den Unternehmen sofort Gebühren zu verlangen, wenn diese ihre Arbeit aufnehmen. Dagegen will die Linkspartei Inuit Ataqatigiit von Ministerpräsident Kuupik Kleist den Firmen erlauben, mit ihren Einnahmen zunächst einen Grossteil der Investitionen auszugleichen und erst dann Gebühren zu zahlen.

«Zu viel Geheimhaltung»

Hammond führte «zu viel Geheimhaltung» der bisherigen Regierung im Zusammenhang mit Bergbauprojekten als einen Grund für den Wahlausgang an. Auch die Probleme im Fischereisektor hätten eine Rolle gespielt, sagte sie der Online-Ausgabe der Wochenzeitung «Sermitsiaq».

Kleist sagte zu seiner Niederlage, die Regierung habe «schwierige Entscheidungen in Fragen der Fischerei getroffen» und Mieten erhöht, um Renovierungsarbeiten zu finanzieren. Auch die hohe Arbeitslosigkeit habe vermutlich eine Rolle gespielt.

Erderwärmung erlaubt Rohstoffabbau

Unter dem grönländischen Eisschild werden umfangreiche Bodenschätze vermutet. Bislang gibt es noch keine offiziellen Anträge von ausländischen Firmen für die Ausbeutung der Vorkommen.

In den vergangenen Monaten verhandelte die Regierung aber mit einem interessierten chinesischen Unternehmen. Das durch den Klimawandel verursachte Schmelzen des arktischen Eises eröffnet Grönland und anderen Anrainerstaaten der Arktis neuen Zugang zu unterirdischen Rohstoffen.

Grönland, die grösste Insel der Welt, gehört zu Dänemark, geniesst aber weitgehende Unabhängigkeit. Während die Verantwortung für die natürlichen Ressourcen bei Grönland liegt, ist Kopenhagen für die Aussen- und Verteidigungspolitik zuständig.

Dänemark überweist jährlich 3,2 Milliarden Kronen (knapp 530 Millionen Franken) an Subventionen an die Insel. Sowohl Siumut als auch Inuit Ataqatigiit plädieren für eine vollständige Unabhängigkeit von Kopenhagen.

(SDA)

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