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«Grössere Einkaufszentren haben entschieden, zu schliessen»

Höchste Terrorwarnstufe in der belgischen Hauptstadt: Was weiss man über eine Anschlagsgefahr? Wie sieht der Alltag der Menschen aus? Antworten von unserem Korrespondenten.

Höchste Terrorwarnstufe: Belgische Soldaten patrouillieren im Zentrum Brüssels, 20. November 2015.
Höchste Terrorwarnstufe: Belgische Soldaten patrouillieren im Zentrum Brüssels, 20. November 2015.
Geert Vanden Wijngaert, Keystone
«Ernste und unmittelbare Bedrohung»: Der belgische Premierminister Charles Michel (l.) und der belgische Innenminister Jan Jambon an einer Pressekonferenz.
«Ernste und unmittelbare Bedrohung»: Der belgische Premierminister Charles Michel (l.) und der belgische Innenminister Jan Jambon an einer Pressekonferenz.
STEPHANIE LECOCQ, Keystone
«Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Grossereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr», so ein Sprecher des Krisenzentrums.
«Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Grossereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr», so ein Sprecher des Krisenzentrums.
JOHN THYS, AFP
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Stephan Israel, die belgischen Behörden haben in der Nacht die Terrorwarnung für die Region Brüssel auf die höchste Stufe angehoben. Weshalb?

Der Regierung liegen offenbar Erkenntnisse vor, dass in Brüssel ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte. Die Sicherheitsbehörden sprechen von einer «sehr ernsten Bedrohung».

Ist Konkretes bekannt?

Die Regierung hat heute am Morgen eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates abgehalten. Premier Charles Michel sagte anschliessend, es habe Hinweise gegeben, dass in Brüssel ein ähnlicher Anschlag wie in Paris kurz vor der Ausführung sein könnte. Er sprach von Anschlägen, die von mehreren Individuen mit Schusswaffen und Sprengsätzen zeitgleich an verschiedenen Orten ausgeführt werden könnten.

Wie sind die Behörden auf ihre Lagebeurteilung gekommen?

Premier Michel hat sich hier selbstverständlich bedeckt gehalten. Die Polizei ist aber offenbar bei Razzien am Freitagabend auf Sprengstoff und chemische Produkte gestossen. Zudem wurde eine weitere Person verhaftet, die als Schlüsselperson der Anschläge in Paris bezeichnet wird. Dabei wurden in einer Wohnung und in einem Kleinlaster weitere Waffen entdeckt.

Wie hat die Bevölkerung in Brüssel die Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe aufgefasst?

Regierungschef Charles Michel hat die Brüsseler aufgerufen, wachsam zu sein, aber nicht in Panik zu verfallen. Viele Brüsseler sind besorgt. Aber der Verkehr läuft so weit normal, und auch die Busse fahren. Die Läden in meiner Nachbarschaft sind geöffnet. Ich höre aber gerade, dass einige grössere Einkaufszentren entschieden haben, zu schliessen. Es ist vielleicht etwas ruhiger als sonst an einem Samstag, dem traditionellen Einkaufstag für viele Belgier. Allerdings haben wir hier gerade Schneeregen, vielleicht ein weiterer Grund, zu Hause zu bleiben.

Was sind die Auswirkungen der Sicherheitswarnungen auf den Alltag?

Die Metro wurde eingestellt und zwar vorerst bis Sonntagnachmittag. Fussballspiele in der Region Brüssel sind abgesagt und die Veranstalter von Grossereignissen aufgefordert worden, mit den Behörden Kontakt aufzunehmen. Die Behörden haben in ihrer Sicherheitswarnung die Bevölkerung aufgerufen, Konzerte, Menschenansammlungen etwa in Einkaufszentren und Bahnhöfen zu meiden. Viele Veranstaltungen dürften wohl abgesagt werden. Ein Konzert von Johnny Hallyday zum Beispiel wurde verschoben. Ausserhalb der Region Brüssel gilt allerdings immer noch die zweithöchste Warnstufe 3.

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