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Grosse Koalition der Korrupten

Die Bestechungsskandale von Venedig und Mailand mahnen Italiens Premier Matteo Renzi, endlich die allzu laxe Gesetzgebung gegen Korruption zu verschärfen.

Das Staudamm-Projekt, das Venedig vor Hochwasser wie hier 2007 schützen soll, steckt tief im Korruptionssumpf. Foto: AFP
Das Staudamm-Projekt, das Venedig vor Hochwasser wie hier 2007 schützen soll, steckt tief im Korruptionssumpf. Foto: AFP

Venedig ist eine kleine Stadt für einen so grossen Skandal: Noch nicht einmal 60'000 Einwohner sollen von dem mobilen Staudamm «Mose» vor Hochwasser geschützt werden, die Eröffnung des bei Umweltschützern umstrittenen Vorzeigeprojekts italienischer Ingenieurskunst ist für 2016 geplant. Doch vorerst hat Mose die Upperclass der einzigartigen Lagunenstadt ins Gefängnis oder zumindest in den Hausarrest geführt. Gegen hundert Personen wird ermittelt, 35 Haftbefehle wurden ausgestellt – gegen Bürgermeister Giorgio Orsoni von der Renzi-Partei Partito Democratico (PD), gegen den früheren Gouverneur der Region Venetien, Giancarlo Galan von Silvio Berlusconis Partei «Forza Italia», sowie gegen Bauunternehmer, Bankiers und einen General der Finanzpolizei. Gegen alle lautet der Vorwurf: Korruption. Insgesamt 25 Millionen Euro sollen zwischen den Beteiligten in diesem Schmiergeldsumpf geflossen sein, auf dass beim grossen Mose-Fressen in Venedig keiner leer ausging.

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