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Grosser Mann auf kleiner Bühne

Helmut Kohl stellt in Frankfurt ein nicht ganz neues Buch vor. Er sagt: «Es enthält die Wahrheit».

Helmut Kohl, der Einheitskanzler, an der Buchmesse in Frankfurt. Foto: Reuters
Helmut Kohl, der Einheitskanzler, an der Buchmesse in Frankfurt. Foto: Reuters

Erst bleiben Leute stehen, weil schon andere Leute da stehen. Das spricht auf der Buchmesse für einen Promi. Dann erfahren die Zufallszuschauer von denen, die es schon wissen: Helmut Kohl kommt, der deutsche Einheitskanzler. Der gerade wieder im Gespräch ist, «Spiegel»-Titelgeschichte, wegen eines Buchs, das sein einstiger Biograf und Ghostwriter Heribert Schwan herausgebracht hat, mit einer Blütenlese aus 200 Tonbändern und 600 Gesprächsstunden, voller hässlicher Ressentiments und abfälligen Bemerkungen. Nichts, was einen überraschen könnte; man kennt seinen Duktus, seine Rachsucht, die keine Abweichler – «Verräter» – duldet und keine Abweichung – «Verrat» – jemals verziehen hat. Ein Buch, das Juristen beschäftigen wird. Einer, ein Verlagsjustiziar, steht neben mir in der wartenden Menge und versucht, mir zu erklären, was Eigentumsrecht und was Urheberrecht betrifft: Kohl hat die Tonbänder durch Gerichtsentscheid zurückbekommen, Schwan aber Kopien gemacht und sie jetzt ausgewertet.

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