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Guido Westerwelle ist tot

Der ehemalige deutsche Aussenminister ist 54-jährig seinem Krebsleiden erlegen. Guido Westerwelle war lange Zeit eine der prägenden Figuren der deutschen Politik.

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Am 18. März 2016 ist der ehemalige deutsche Aussenminister und FDP-Politiker Guido Westerwelle gestorben. Der 54-Jährige litt an Leukämie. (Bild 31.7.2013)
Am 18. März 2016 ist der ehemalige deutsche Aussenminister und FDP-Politiker Guido Westerwelle gestorben. Der 54-Jährige litt an Leukämie. (Bild 31.7.2013)
EPA/Michael Kappeler
Im Gespräch mit dem ehemaligen FDP-Chef Philipp Rösler. (5.Mai 2011)
Im Gespräch mit dem ehemaligen FDP-Chef Philipp Rösler. (5.Mai 2011)
Wolfgang Kumm/EPA
Der Aussenminister gemeinsam mit seinem Lebenspartner Michael Mronz bei den Wahlen 2013 in Bonn.
Der Aussenminister gemeinsam mit seinem Lebenspartner Michael Mronz bei den Wahlen 2013 in Bonn.
Sascha Schuermann/AP
Der Griff nach der Macht: Westerwelles Aufstieg zum Aussenminister.
Der Griff nach der Macht: Westerwelles Aufstieg zum Aussenminister.
Keystone
2002 wurde Westerwelle mit 39 Nachfolger von Wolfgang Gerhardt und damit jüngster Parteivorsitzender der FDP.
2002 wurde Westerwelle mit 39 Nachfolger von Wolfgang Gerhardt und damit jüngster Parteivorsitzender der FDP.
Keystone
Schon früh mit dabei: Der Rechtsanwalt Guido Westerwelle war von 1994 bis 2001 Generalsekretär der FDP.
Schon früh mit dabei: Der Rechtsanwalt Guido Westerwelle war von 1994 bis 2001 Generalsekretär der FDP.
Keystone
Bei den Bundestagswahlen 2002 präsentierte sich Westerwelle als Kanzlerkandidat für die FDP. Ein Novum in der Geschichte der Wirtschaftspartei.
Bei den Bundestagswahlen 2002 präsentierte sich Westerwelle als Kanzlerkandidat für die FDP. Ein Novum in der Geschichte der Wirtschaftspartei.
Keystone
«Projekt 18»: Westerwelle peilte 2002 einen Stimmenanteil von 18 Prozent an.
«Projekt 18»: Westerwelle peilte 2002 einen Stimmenanteil von 18 Prozent an.
Keystone
Ein ungewöhnlicher Wahlkampf: Um auf Stimmenfang zu gehen, scheute der FDP-Politiker auch nicht den Gang in den «Big Brother»-Container.
Ein ungewöhnlicher Wahlkampf: Um auf Stimmenfang zu gehen, scheute der FDP-Politiker auch nicht den Gang in den «Big Brother»-Container.
Keystone
Mit dem «Guidomobil» ging Westerwelle auf eine sechswöchige Wahlkampftour durch Deutschland.
Mit dem «Guidomobil» ging Westerwelle auf eine sechswöchige Wahlkampftour durch Deutschland.
Keystone
Der «Möchtegern-Kanzler»: Die unrealistische Kandidatur wurde auch in den eigenen Reihen stark kritisiert.
Der «Möchtegern-Kanzler»: Die unrealistische Kandidatur wurde auch in den eigenen Reihen stark kritisiert.
Keystone
Seine Methoden wurden als «Spasswahlkampf» verspottet. Hier zeigte er sich 2002 mit Shawn Borer-Fielding am Karneval in Aachen. Mit 7,4 Prozent Stimmenanteil verfehlte Westerwelle seine hochgesteckten Ziele.
Seine Methoden wurden als «Spasswahlkampf» verspottet. Hier zeigte er sich 2002 mit Shawn Borer-Fielding am Karneval in Aachen. Mit 7,4 Prozent Stimmenanteil verfehlte Westerwelle seine hochgesteckten Ziele.
Keystone
«Stilles Outing»: Seit 2004 ist Westerwelle regelmässig mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz in der Öffentlichkeit zu sehen.
«Stilles Outing»: Seit 2004 ist Westerwelle regelmässig mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz in der Öffentlichkeit zu sehen.
Keystone
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Der ehemalige FDP-Chef und Aussenminister Guido Westerwelle ist nach langem Kampf gegen die Leukämie heute im Alter von 54 Jahren gestorben. Das teilte die von ihm gegründete Westerwelle Foundation mit.

Westerwelle war von 2001 bis 2011 FDP-Chef, von 2006 bis 2009 war er als Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag Oppositionsführer in Deutschland. Danach bekleidete der begnadete Rhetoriker unter Kanzlerin Angela Merkel bis Ende Oktober 2013 das Amt des Aussenministers.

Westerwelle war im Juni 2014 wegen akuter Leukämie in stationäre Behandlung gekommen. Ein Jahr nach der Diagnose hatte er sich zuversichtlich über eine Genesung gezeigt. Im November 2015 hatte er in Fernsehauftritten über seine Krankheit gesprochen und sein Buch «Zwischen zwei Leben» vorgestellt. Seit Ende November befand sich Westerwelle jedoch wieder im Spital.

Einer der bekanntesten deutschen Politiker

«Mir fehlen die Worte», schrieb FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter. «Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist gross.» Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nannte Westerwelle einen «grossartigen Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierten Parlamentarier». «Er hat unserer Demokratie gedient», erklärte Kauder. Grünen-Chefin Simone Peter twitterte: «Viel zu jung aus dem Leben gerissen. Wir trauern um Guido Westerwelle.»

Westerwelle gehörte zu den bekanntesten deutschen Politikern der vergangenen Jahre. Der am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn geborene Anwaltssohn war Anfang der 80er-Jahre Mitbegründer der Jungen Liberalen, wurde mit nur 32 Jahren FDP-Generalsekretär, 2001 mit 39 Jahren der bis dahin jüngste Parteichef.

Im Bundestagswahlkampf 2002 reiste der gelernte Jurist mit einem knallgelben «Guidomobil» durch die Lande. Sogar in der damals viel diskutierten TV-Reality-Show «Big Brother» trat er auf. Dass etablierte Kreise ihn zum Spasspolitiker stempelten, scherte Westerwelle damals nicht. Der FDP-Vorsitzende hatte das Ziel, für die FDP 18 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, was er allerdings verpasste.

«Er wird mir fehlen»

«Ich habe seinen Ehrgeiz, die FDP zu einer 18-Prozent-Partei zu machen, bewundert und zugleich für überzogen gehalten», erinnerte sich Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch am Freitag. «Umso mehr war ich beeindruckt, dass er dieses Ziel immerhin fast erreichte.» Bartsch fügte hinzu: «Er wird mir fehlen.»

Später bemühte sich Westerwelle darum, das Image des Spasspolitikers wieder loszuwerden. Das galt ganz besonders ab 2009, nachdem er die FDP zu einem Wahlergebnis von 14,6 Prozent führte und im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bundesaussenminister wurde.

Doch die FDP zerrieb sich in der Koalition mit der Union. Zwei Jahre nach Eintritt in die Regierung gab Westerwelle 2011 unter innerparteilichem Druck nach zehn Jahren den FDP-Vorsitz an Philipp Rösler ab. Bei den Bundestagswahlen 2013 verpasste die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag und Westerwelle musste seinen Posten als Aussenminister räumen.

Gesundheitlicher Leidensweg

Mit der schwersten Krise der Partei begann auch Westerwelles gesundheitlicher Leidensweg. Im Juni 2014 gab die Westerwelle Foundation die schwere Erkrankung ihres Gründers bekannt.

Westerwelle machte aus seiner Homosexualität kein Geheimnis. Er lebte seit 2010 mit Michael Mronz in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Wir trauern um unseren Chef Guido Westerwelle. Er verstarb am 18. März 2016 in der Uni-Klinik Köln an den Folgen seiner...Posted by Westerwelle Foundation on Friday, March 18, 2016

(AFP)

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