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Haftbefehl gegen Erdogan-Rivale Gülen beantragt

Ein türkisches Gericht will den islamischen Prediger Fethullah Gülen festnehmen lassen. Weil ihm ein Prozess droht, lebt der 73-Jährige seit Jahren im Exil in den USA.

Bei Erdogan nicht mehr erwünscht: Der islamische Prediger Fethullah Gülen an seinem Wohnort in Saylorsburg, Pennsylvania. (24.9.2014)
Bei Erdogan nicht mehr erwünscht: Der islamische Prediger Fethullah Gülen an seinem Wohnort in Saylorsburg, Pennsylvania. (24.9.2014)
Stringer Turkey, Reuters

Ein türkisches Gericht hat laut einem Medienbericht Haftbefehl gegen den islamischen Prediger Fethullah Gülen beantragt. Der 73-jährige Rivale des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird beschuldigt, eine «Terrororganisation» anzuführen, wie der Staatssender TRT berichtete.

Gülen lebt seit Jahren im Exil in den USA. Erdogan wirft seinem ehemaligen Verbündeten vor, ein Komplott zum Sturz der Regierung geschmiedet zu haben. Gülen weist die Vorwürfe zurück.

Am Sonntag war die türkische Polizei mit einer landesweiten Razzia gegen mutmassliche Anhänger Gülens in den Medien vorgegangen. 30 Menschen wurden festgenommen, die meisten von ihnen wurden inzwischen wieder auf freien Fuss gesetzt.

Türkischer Chefredaktor freigelassen

Ein Gericht in Istanbul ordnete auch die Freilassung des Chefredaktors der Zeitung «Zaman», Ekrem Dumanli, an. Sein Kollege Hidayet Karaca vom TV-Sender Samanyolu sowie drei ebenfalls festgenommene Polizisten bleiben hingegen in Untersuchungshaft. Karaca wird Mitgliedschaft in einer «terroristischen Organisation» zur Last gelegt.

Die Razzien am Sonntag erfolgten fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Aufnahmen umfassender Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu einem Korruptionsskandal im Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan. Erdogan wirft Gülen vor, die Ermittlungen in Gang gesetzt zu haben, um seine Regierung zu Fall zu bringen.

Tausende Polizisten und Staatsanwälte wurden seitdem versetzt oder entlassen. Die eingeleiteten Korruptionsverfahren wurden inzwischen allesamt eingestellt.

Erdogan und Gülen hatten gemeinsam die politische Landschaft der Türkei verändert, die jahrzehntelang von säkularen Regierungen und der mächtigen Armee geprägt worden war. Weil ihm ein Prozess drohte, setzte sich Gülen 1999 in die USA ab.

SDA/rsz

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