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Haider will grosse Koalition verhindern

Nach den historischen Verlusten von SPÖ und ÖVP bei den österreichischen Parlamentswahlen dürfte eine der rechtsgerichteten Parteien in die Regierungskoalition kommen.

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, dessen Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis überraschend stark auf 11 Prozent zulegte, machte heute eventuelle Koalitionsvorlieben von der Haltung der konservativen ÖVP abhängig, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Bedingung sei eine Absage der ÖVP an eine neuerliche Grosse Koalition mit der SPÖ, wurde Haider zitiert. Ausserdem sei die Gesprächsgrundlage mit den rechten Freiheitlichen (FPÖ) derzeit besser als öffentlich dargestellt. Bereits seit der Wahlfeier der BZÖ machten laut APA Spekulationen die Runde, wonach die BZÖ schon in der Nacht zum Montag mit der ÖVP und der FPÖ erste Gespräche geführt habe. Die Partei äusserte sich dazu nicht. Haider schloss nicht aus, im Nationalrat den Fraktionsvorsitz der BZÖ zu übernehmen, auch wenn er sein Abgeordnetenmandat nicht annehmen will.

SPÖ und ÖVP so schlecht wie nie

Die ehemaligen Partner der Grossen Koalition, die Sozialdemokraten (SPÖ) und die ÖVP, erzielten bei der Wahl am Sonntag ein historisch schlechtes Ergebnis. Die SPÖ stürzte laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 29,7 Prozent ab. Sie blieb damit dennoch klar vor der ÖVP, die nur 25,6 Prozent der Wähler gewann. Auf Platz drei kehrte die FPÖ zurück, die 18 Prozent einfuhr.

Traditionell erhält die stärkste Partei den Auftrag zur Regierungsbildung. Die derzeitige Regierung wird morgen Dienstag ihren Rücktritt anbieten. Am Mittwoch empfängt Bundeskanzler Heinz Fischer laut APA dann die Vorsitzenden von SPÖ und ÖVP, Werner Faymann und Wilhelm Molterer, Ende der Woche dann die weiteren Spitzenkandidaten. Der neu gewählte Nationalrat konstituiert sich am 28. Oktober.

AP/vin

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