Zum Hauptinhalt springen

Hatte der Berlin-Attentäter seine Waffe aus der Schweiz?

Anis Amri soll die Tatwaffe aus der Schweiz bezogen haben, wie das ZDF mit Verweis auf Schweizer Sicherheitskreise berichtet.

Mit dieser Pistole hatte Amri den entführten polnischen LKW-Chauffeur in Berlin getötet und in Mailand auf Polizisten geschossen.
Mit dieser Pistole hatte Amri den entführten polnischen LKW-Chauffeur in Berlin getötet und in Mailand auf Polizisten geschossen.
Andrew Medichini/AP, Keystone
Der Tunesier Anis Amri war laut Minniti in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.
Der Tunesier Anis Amri war laut Minniti in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.
Daniele Bennati, Keystone
Polizisten vor dem Truck mit polnischem Kennzeichen.
Polizisten vor dem Truck mit polnischem Kennzeichen.
Sean Gallup/Getty Images
1 / 63

Der Attentäter, der auf einem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen mit einem Lastwagen getötet und 50 verletzt hatte, soll sich längere Zeit und möglicherweise sogar mehrfach in der Schweiz aufgehalten haben. Das berichtet das ZDF und beruft sich auf Schweizer Sicherheitskreise.

Kontaktdaten auf Amris Handy würden derzeit intensiv von den Schweizer Behörden überprüft, heisst es weiter. Demnach soll Anis Amri auch die Tatwaffe in der Schweiz besorgt haben. Mit der Waffe hatte er den entführten polnischen LKW-Chauffeur in Berlin getötet und in Mailand auf Polizisten geschossen.

Es sei nach bisherigen Ermittlungen wahrscheinlich, dass der Täter sich in einer Schweizer Stadt mit einer «regen Islamistenszene» die Tatwaffe besorgt haben, will der Sender von Ermittlern erfahren haben. Dies würde erklären, warum die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Verfahren im Zusammenhang mit dem Berliner Anschlag eröffnet hat.

Mit Betäubungsmittel verhaftet

Die Bundesanwaltschaft bestätigt auf Anfrage von Redaktion Tamedia weder den Aufenthalt Amris in der Schweiz, noch die Herkunft der Tatwaffe. «Das Strafverfahren hat zum Ziel, allfällige Bezugspunkte zur Schweiz abzuklären, die auch für die ausländischen Kollegen von Interesse sein können. Dies betrifft Hinweise zur Logistik, Personen oder etwa zur Tatwaffe. Zur Zeit gibt es jedoch keinerlei gesicherte Informationen», schreibt Sprecher André Marty. Auch die Bundespolizei (Fedpol) bestätigt den ZDF-Bericht in einer Stellungnahme nicht. Man stehe in Kontakt mit den deutschen Behörden und prüfe jeden Hinweis – «sei es zum Täter, Logistik, allfällige Komplizen» oder anderen Aspekten.

Dem Bericht zufolge war Amri am 30. Juli 2016 am Busbahnhof Friedrichshafen nahe der Schweizer Grenze in eine Routinekontrolle geraten. Darüber hatte bereits die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Tunesier soll Betäubungsmittel und zwei italienische Pässe bei sich getragen und eine falsche Identität angegeben haben. Er gab offenbar an, auf dem Weg zu einer Hochzeit in Zürich zu sein.

Amri wurde vorläufig festgenommen und ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz eröffnet. Offenbar hatten die Behörden seine Ersatzpässe aus Tunesien angefordert. Das habe aber zu lange gedauert und so kam Amri wieder frei.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch