Heutiger Hass erinnert Papst an Hitler

Fremdenfeindlichkeit sei eine Krankheit, sagt der Pontifex. Er befürchtet, dass sich manche die Zeiten des Nationalsozialismus herbeiwünschten.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche nimmt kein Blatt vor den Mund: Papst Franziskus auf dem Rückflug nach Rom. (10. September 2019)

Das Oberhaupt der katholischen Kirche nimmt kein Blatt vor den Mund: Papst Franziskus auf dem Rückflug nach Rom. (10. September 2019) Bild: Reuters

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Papst Franziskus fühlt sich durch Ausländerfeindlichkeit in Europa manchmal in die Zeit des Nationalsozialismus zurückversetzt. «Manchmal höre ich an einigen Orten Reden, die denen von Hitler 1934 ähneln», sagte er am Dienstag auf dem Rückflug von Madagaskar nach Rom.

Als gebe es in Europa einen Gedanken, (in diese Zeit) zurückzukehren, sagte das Katholiken-Oberhaupt. Fremdenfeindlichkeit sei «eine Krankheit, wie Masern». «Es ist eine Krankheit, die in ein Land eindringt, in einen Kontinent, und wir bauen Mauern», sagte der Papst.

Ausländerfeindlichkeit sei eine Krankheit, um die «Reinheit der Rasse» zu rechtfertigen. «Und so oft reitet die Fremdenfeindlichkeit auf der Welle des politischen Populismus.» Franziskus setzt sich seit jeher gegen Rassismus und Ausgrenzung ein. Auch ruft er immer wieder zu Hilfe von Migranten auf.

Kritik soll ausgesprochen werden

Der Papst hat zudem von seinen Kritikern gefordert, Farbe zu bekennen. «Ich mag es nicht, wenn die Kritik unter dem Tisch bleibt: Sie lächeln dich an, dass du ihre Zähen siehst, und dann verpassen sie dir einen Dolchstoss von hinten. Das ist nicht loyal, das ist nicht menschlich», sagte der Papst.

Diese Art von Kritik sei ein wenig wie «den Stein zu werfen und dann die Hand zu verstecken.» So etwas helfe nur den kleinen Grüppchen, die die Antwort auf ihre Kritik gar nicht hören wollten. Eine loyale Kritik sei dagegen für eine Antwort offen.

Keine Angst vor Spaltung der Kirche

Der Papst reagierte damit auf Kritik aus konservativen Kreisen in den USA an seinem Pontifikat. Auf die Frage eines Journalisten, ob er ein Schisma, also eine Spaltung der katholischen Kirche, in den USA befürchte, sagte Franziskus: «Ich habe keine Angst vor Schismen. Aber ich bete, dass sie nicht passieren, weil das geistliche Heil von so vielen Menschen auf dem Spiel steht.»

In der Kirche habe es solche Schismen immer wieder gegeben, sagte Franziskus und erinnerte an Beispiele aus der Spätantike sowie nach dem Ersten und Zweiten Vatikanischen Konzil. Ein Schisma sei immer eine elitäre Abkehr durch eine von der kirchlichen Lehre losgelösten Ideologie. (roy/SDA)

Erstellt: 11.09.2019, 04:44 Uhr

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