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«Hollande käme heute nicht mal in die zweite Runde»

Lange hielt sich Frankreich in der Flüchtlingskrise zurück. Jetzt inszeniert sich Hollande als Macher. Unsere Korrespondentin sagt, was davon zu halten ist. Und warum Flüchtlinge nicht nach Frankreich wollen.

Präsident Hollande hat gestern die grosse Bühne genutzt für die beiden Ankündigungen, 24'000 Flüchtlinge aufzunehmen und möglicherweise Luftschläge gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien zu fliegen. Ist seine Politik Inszenierung?

Nein, das ist keine Inszenierung. Wenn es eine gewesen wäre, hätte er gestern sicher eine bessere, überzeugendere Vorstellung hingelegt. Die Aufnahme von 24'000 Flüchtlingen entspricht der Quote, die die Europäische Union für Frankreich ausgerechnet hat. Auch wenn Hollande das Wort Quote vermeidet, ist er mit dem Prinzip einverstanden. In den vergangenen Tagen hatte er gemeinsam mit der deutschen Kanzlerin an einem Lösungsvorschlag gearbeitet. Neu ist, dass er die Flüchtlingskrise dort bekämpfen will, wo sie ihre Wurzeln hat: Solange die Situation in Syrien und im Irak sich nicht verändert, solange der IS dort wütet, wird der Massenexodus weitergehen.

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