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Hollande löst Debatte um Sterbehilfe aus

Der französische Präsident François Hollande will ein Gesetz einführen, das die Betäubung von sterbenskranken Patienten bis zum Tod erlaubt. Ärzte sind skeptisch.

Sein Vorhaben ist unter Ärzten umstritten: Der französische Präsident François Hollande vor dem Elyseepalast in Paris. (12. Dezember 2014)
Sein Vorhaben ist unter Ärzten umstritten: Der französische Präsident François Hollande vor dem Elyseepalast in Paris. (12. Dezember 2014)
Patrick Kovarik, AFP

Vor dem Hintergrund einer nationalen Debatte über die Legalisierung von Sterbehilfe hat sich Frankreichs Präsident François Hollande dafür ausgesprochen, Ärzten die Betäubung todkranker Patienten bis zu deren Tod zu erlauben. Eine Empfehlung für tödliche Injektionen - also aktive Sterbehilfe - äusserte Hollande aber nicht. Er vermied die Bezeichnungen «Sterbehilfe» oder «assistierter Suizid» - zwei äusserst heikle Themen in dem mehrheitlich katholischen Land.

Stattdessen forderte Hollande ein Gesetz, das Patienten auf deren Wunsch «das Recht auf tiefe, kontinuierliche Sedierung bis zum Tod» geben würde. Dies soll nur für Fälle gelten, in denen der Zustand des Kranken auf kurze Sicht lebensbedrohlich ist.

Sterbeprozess über mehrere Wochen

Auf die Details seines Vorschlags ging der Staatschef nicht näher ein. Das Vorhaben ist aber unter Medizinern umstritten. Bei einer sogenannten terminalen Sedierung oder palliativen Sedierung können Patienten Medikamente zugeführt werden, bis sie auf natürliche Weise ihrer Krankheit erliegen oder verhungern. Da bei dieser Methode Patienten unter Umständen über mehrere Wochen sediert werden könnten, bis der Tod eintritt, argumentieren einige Ärzte, dass es möglicherweise humaner wäre, aktive Sterbehilfe zu leisten.

Hollande will, dass das neue Gesetz Ärzte dazu zwingt, die im Voraus verfassten Anweisungen eines Patienten zu dessen Tod zu befolgen, wenn dieser nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Willen zum Ausdruck zu bringen. Die Massnahme soll Anfang nächsten Jahres im französischen Parlament debattiert werden, wo Hollandes Sozialistische Partei die Mehrheit hat.

Der Fall eines im Koma befindlichen Franzosen hatte in diesem Jahr die Debatte über Sterbegesetze in Frankreich neu entfacht. Die Frau des Patienten will, dass Ärzte die lebenserhaltenden Massnahmen einstellen, doch die Eltern des Mannes sind dagegen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte soll nun in der Angelegenheit entscheiden. Sterbehilfe ist derzeit in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg legal. Umfragen zufolge spricht sich eine grosse Mehrheit derFranzosen für Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen aus.

(AP)

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