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Hunderttausende sind wütend auf Matteo Renzi

Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt demonstrieren die Italiener gegen Ministerpräsident Renzi – und zwar zu Hunderttausenden. Sie stemmen sich gegen seine Arbeitsmarktreformen.

«Hände weg von den Rechten der Arbeitnehmer»: Demonstranten in Rom. (25. Oktober 2014)
«Hände weg von den Rechten der Arbeitnehmer»: Demonstranten in Rom. (25. Oktober 2014)

Hunderttausende Demonstranten aus ganz Italien sind zu einem Massenprotest gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes in Rom eingetroffen. Sie zogen am Samstagvormittag in mehreren Demonstrationszügen durch die Stadt.

2300 Busse und Sonderzüge brachten die Demonstrantinnen und Demonstranten aus ganz Italien in die Hauptstadt. Wegen des starken Teilnehmerandrangs brachen die Demonstrantenzüge eine Stunde früher auf als geplant. Eine Schlusskundgebung war auf dem Lateranplatz vorgesehen.

Es handelt es sich um die erste Grossdemonstration, mit der der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi seit seinem Amtsantritt im vergangenen Februar konfrontiert ist.

«Arbeit, Würde und Gleichberechtigung»

Der Protest richtet sich gegen die von Renzi im Senat durchgesetzte Lockerung des Kündigungsschutzes und gegen die Aufweichung von Artikel 18 des Arbeitnehmerstatuts. Dieser garantiert Arbeitern in Unternehmen mit über 15 Mitarbeitern einen besonders starken Kündigungsschutz. Renzis Anliegen ist es, den italienischen Arbeitsmarkt zu flexibilisieren.

«Hände weg von den Rechten der Arbeitnehmer», war auf den Spruchbändern zu lesen. «Diese Grossdemonstration ist der Auftakt einer Reihe von Protestinitiativen in Italien. Niemand darf an den Rechten der Arbeitnehmer rütteln», sagte die Chefin des Gewerkschaftsverbandes CGIL, Susanna Camusso, die die Kundgebung in Rom anführte.

«Arbeit, Würde und Gleichberechtigung» lautet der Slogan der Demonstration, an der sich auch viele Jugendliche beteiligten. Italien ist mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 42 Prozent konfrontiert.

Der Sozialdemokrat Renzi zeigte sich von dem Protest unbeeindruckt. «Wir respektieren die Demonstranten, doch eines muss klar sein: Die Zeiten sind in Italien vorbei, als eine Grossdemonstration eine Regierung und das Land lahmlegen konnte. Wir geben nicht nach, und wir werden Italien erneuern», sagte Renzi.

SDA/fko

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