«Ich hätte früher handeln sollen»

Der Whistleblower Edward Snowden bedauert, dass er die Vorgehensweisen von Geheimdiensten nicht schneller aufgedeckt hat.

«Je länger man die Programme gewähren lässt, desto tiefer graben sie sich ein»: Edward Snowden auf BBC. (5. Oktober 2015)
(Screenshot BBC)

«Je länger man die Programme gewähren lässt, desto tiefer graben sie sich ein»: Edward Snowden auf BBC. (5. Oktober 2015) (Screenshot BBC)

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Der US-Whistleblower Edward Snowden spricht über Programme, mit denen der britische Geheimdienst Smartphones manipuliert. Und er bedauert, dass er nicht schon früher Informationen über die Vorgehensweisen von Geheimdiensten veröffentlicht hat.

«Ich bereue, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, denn je länger man solche Programme gewähren lässt, desto tiefer graben sie sich ein», sagte der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA der britischen BBC in einem am Montagabend ausgestrahlten Interview.

(Video: Youtube/BBC)

Er habe zwar bezahlt für seine Entscheidung, Geheimnisse zu verraten, fühle sich damit aber wohl. «Falls ich morgen nicht mehr da bin, bin ich glücklich mit dem, was ich hatte», sagte der 32-Jährige in Moskau, wohin er nach seinen Enthüllungen geflohen war.

Mit «Smurfs» mithören

In dem Interview sprach Snowden auch über nach «Schlümpfen» (Englisch: Smurfs) benannte Programme, mit denen der britische Geheimdienst GCHQ Smartphones ohne Wissen der Besitzer an- und ausschalten sowie über das Mikrofon mithören könne. Ein Programm erlaube es ausserdem, Aufenthaltsort und Bewegungen eines Menschen über sein Handy genau zu bestimmen.

Über die «Smurfs»-Programme hatte unter anderem der «Guardian» im Januar 2014 berichtet. Eine GCHQ-Sprecherin sagte, der Dienst halte sich an die Gesetze und breche nicht die Europäische Menschenrechtskonvention. (chk/sda)

Erstellt: 06.10.2015, 04:47 Uhr

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