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In der Hauptstadt der Plünderer

Kaum irgendwo ist so viel Schwarzgeld versammelt wie in London. Auf einer Stadtrundfahrt zeigt ein Russe die unzähligen Villen der Kleptokraten.

Nur die Wolkenkratzer ragen aus der Londoner Nebeldecke, unter die unzählige Steuerhinterzieher und Geldwäscher geschlüpft sind. Foto: Metropolitan Police, EPA, Keystone
Nur die Wolkenkratzer ragen aus der Londoner Nebeldecke, unter die unzählige Steuerhinterzieher und Geldwäscher geschlüpft sind. Foto: Metropolitan Police, EPA, Keystone

Für den Anführer einer Protestbewegung ist er bemerkens­wert gelassen. Während er es mit den Reichsten der Welt aufnimmt, strahlt Roman Borisowitsch, ein stämmiger Mann Mitte 40, Ruhe aus. Das mag auch an seiner Körperfülle liegen – das blau karierte Hemd spannt eng am Bauch, das Gesicht ist verquollen –, aber vor allem daran, dass er sich gar nicht erst bemüht, etwas zu beweisen. Im Kampf gegen internationale Geldwäsche schwingt Borisowitsch keine grossen Reden. Er beschimpft niemanden und moralisiert nicht. Das hat er nicht nötig. Er gibt nur Fakten wieder und seine darüber hinausgehende Botschaft reduziert sich auf ein einziges, vier Buchstaben langes Wort. Es ist brandgefährlich. «Doch.»

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