Zum Hauptinhalt springen

«In der Opposition könnte Tsipras eigene Reformagenda bekämpfen»

Die Griechen wählen am Sonntag ein neues Parlament, Syriza droht eine Niederlage. Wohin steuert Griechenland mit der neuen Regierung? Antworten des Historikers Ioannis Zelepos.

Syriza-Spitzenkandidat und Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras (41) schliesst eine Koalition mit der konservativen Partei Nea Dimokratia aus. Umfragen zufolge werden sich die zwei stärksten Parteien bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.
Syriza-Spitzenkandidat und Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras (41) schliesst eine Koalition mit der konservativen Partei Nea Dimokratia aus. Umfragen zufolge werden sich die zwei stärksten Parteien bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.
AFP
Tsipras' gefährlichster Konkurrent ist Evangelos Meimarakis. Der 61-jährige Politiker gehört seit 25 Jahren dem griechischen Parlament an. Er war auch schon mehrmals Minister.
Tsipras' gefährlichster Konkurrent ist Evangelos Meimarakis. Der 61-jährige Politiker gehört seit 25 Jahren dem griechischen Parlament an. Er war auch schon mehrmals Minister.
Keystone
Wahlkampf mit unzähligen Plakaten in Athens Innenstadt. Die Parteien bemühen sich zwar um eine Mobilisierung der Wählerschaft, doch es herrscht grosse Politikverdrossenheit.
Wahlkampf mit unzähligen Plakaten in Athens Innenstadt. Die Parteien bemühen sich zwar um eine Mobilisierung der Wählerschaft, doch es herrscht grosse Politikverdrossenheit.
AFP
1 / 10

Herr Zelepos, Sie befinden sich seit Wochen in Griechenland. Was fällt Ihnen auf am laufenden Wahlkampf? Ex-Regierungschef Alexis Tsipras und Evangelos Meimarakis, Spitzenkandidat der konservativen Nea Dimokratia, versuchen zwar zu polarisieren, um die Wähler zu mobilisieren. Das gelingt ihnen aber nicht wirklich. Das liegt nicht nur an der kurzen Zeit des Wahlkampfs, sondern vor allem am Umstand, dass es zwischen den wichtigen Parteien keinen Dissens gibt beim derzeit zentralen Thema der griechischen Politik, der Reformagenda im Zusammenhang mit dem dritten Hilfspaket aus dem Eurorettungsschirm (ESM). Tsipras und Meimarakis grenzen sich voneinander ab, indem sie einander Fehler der Vergangenheit vorwerfen. Dies eignet sich allerdings nicht zur Mobilisierung. Dazu kommt eine Ermüdung der Wählerschaft, es herrscht eine grosse Politikverdrossenheit in Griechenland. Das ist ein eher lahmer Wahlkampf.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.