Polizei zieht positives Fazit nach Neonazifestival

Im ostsächsischen Ostritz nahmen rund 1200 Besucher an einem Neonazifestival teil. Rund dreimal so viele Menschen besuchten Gegendemonstrationen.

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Nach einem von Protesten begleiteten Musikfestival von Neonazis in Sachsen, Deutschland, hat die Polizei ein positives Gesamtfazit ihres von einem restriktiven Vorgehen geprägten Einsatzes gezogen.

Zum Neonazifestival unter dem Namen «Schild und Schwert» kamen laut Polizei bis zu 1200 Besucher nach Ostritz. An der Gegenversammlung «Rechts rockt nicht» nahmen demnach bis zu 800 Menschen teil, an einem Friedensfest auf dem Ostritzer Marktplatz unter der Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rund 3000 Menschen.

Insgesamt seien von Freitag bis Sonntag in rund 70 Straftaten und sieben Ordnungswidrigkeiten registriert worden, teilte die Polizeidirektion Görlitz am Sonntag mit.

Restriktive Einsatzstrategie

«Unser Einsatzkonzept ist aufgegangen», erklärte Polizeidirektor Holger Löwe. Die Polizei habe dafür Sorge getragen, dass das Geschehen an allen Tagen friedlich und ohne nennenswerte Störungen geblieben sei. «Die von manchen offenbar befürchteten Tumulte gab es nicht.»

Die Polizei hatte im Vorfeld eine restriktive Einsatzstrategie festgelegt, zu der etwa ein Alkoholverbot für das Neonazifestival zählte. Dieses wurde den Angaben der Einsatzkräfte zufolge fortwährend kontrolliert.

Insgesamt waren bis zu 1900 Polizisten im Einsatz. Die deutsche Bundespolizei kontrollierte nach eigenen Angaben im Grenzgebiet zu Polen und in den Zügen mehr als 2800 Menschen, ohne besondere Straftaten zu registrieren.

Festnahmen in Polen

In Polen wurden am Wochenende zwei Männer festgenommen, weil sie ein Konzert zu Hitlers Geburtstag am 20. April veranstaltet hatten. Sie seien am Samstag bei einer Serie von Razzien mit rund 300 Einsatzkräften in Dzierzoniow festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Swidnica am Sonntag mit.

Die Verbreitung «totalitärer Ideologien» kann in Polen mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Rund hundert Menschen waren zu dem Konzert gekommen, die Polizei beschlagnahmte bei den Teilnehmern unter anderem Flaggen. (nag/AFP)

Erstellt: 22.04.2018, 17:08 Uhr

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