Zum Hauptinhalt springen

IRA-Splittergruppen schliessen sich zusammen

Vierzehn Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das die Entwaffnung aller Paramilitärs in Nordirland vorsah, haben sich bewaffnete Abweichler zu einer neuen Gruppierung zusammengeschlossen.

Nicht alle wollen den Frieden: Ein Mitglied der Wahren IRA (Archivbild)
Nicht alle wollen den Frieden: Ein Mitglied der Wahren IRA (Archivbild)
Reuters

Drei der vier grössten nationalistischen Untergrundorganisationen in Nordirland wollen sich nach Informationen der britischen Zeitung «The Guardian» zusammenschliessen und die Nachfolge der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) antreten. Bei den Organisationen handelt es sich demnach um die sogenannte Wahre IRA, die Republikanische Aktion gegen Drogen und eine Koalition unabhängiger bewaffneter Gruppierungen. Lediglich die Continuity IRA wäre in dem Zusammenschluss nicht vertreten.

Die neue Organisation plane, Terroranschläge auf die Sicherheitskräfte und andere Ziele zu verstärken, die sie als Symbole der britischen Präsenz in Nordirland betrachte, berichtete der «Guardian» unter Berufung auf eine Gewährsperson. Der «Guardian» hält allerdings in einem Kommentar fest, es deute nichts auf eine ernsthafte Gefahr für den Friedensprozess hin.

Erster Zusammenschluss seit 1998

Die neue Organisation habe sich eine «einheitliche Struktur, unter einer einzigen Führung» gegeben, hiess es in einer Erklärung, die bei der Zeitung einging. Es wäre das erste Mal seit dem Karfreitagsabkommen von 1998, dass sich eine Mehrheit republikanischer Abweichler zusammenschliesst. Das Karfreitagsabkommen sah unter anderem die Entwaffnung aller paramilitärischen Organisationen in Nordirland vor.

Der neuen paramilitärischen Gruppierung gehören mehrere hundert bewaffnete Abweichler an, wie aus republikanischen Kreisen verlautete. Unter ihnen seien auch ehemalige Mitglieder der aufgelösten Provisorischen IRA. Die Republikanische Aktion gegen Drogen und die Wahre IRA würden aufgelöst. Die «Notwendigkeit eines bewaffneten Kampfes im Streben nach irischer Freiheit» gegen «die Truppen der britischen Krone» könne nur durch einen Abzug der britischen Militärpräsenz in Nordirland abgewendet werden, hiess es.

dapd/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch