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Italien ruft Botschafter wegen ungeklärtem Mord zurück

Der mysteriöse Tod des italienischen Studenten Giulio Regeni in Kairo sorgt für diplomatische Verstimmungen.

Auf dem Weg nach Rom: Maurizio Massari, italienischer Botschafter in Ägypten, auf dem Weg in die Leichenhalle, in welche der tote Student gebracht worden war. (4. Februar 2016)
Auf dem Weg nach Rom: Maurizio Massari, italienischer Botschafter in Ägypten, auf dem Weg in die Leichenhalle, in welche der tote Student gebracht worden war. (4. Februar 2016)
AFP

Italien hat seinen Botschafter aus Ägypten zurückgerufen. Hintergrund ist der ungeklärte Fall eines 28-jährigen italienischen Studenten, der in Kairo mit Folterspuren tot aufgefunden worden war. Das italienische Aussenministerium teilte mit, Ressortchef Paolo Gentiloni habe den Fall zwei Tage lang mit ägyptischen Ermittlern und italienischen Staatsanwälten erörtert. Danach habe er die Entscheidung getroffen, den Botschafter zu dringenden Konsultationen nach Rom zu bitten.

Die Behörden in Italien hatten auf eine endgültige Aufklärung des Falls gehofft. Die zuständigen ägyptischen Staatsanwälte und mehrere Polizeifunktionäre hatten am Donnerstag in Rom ihren italienischen Kollegen die Ermittlungsergebnisse präsentiert, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Italien glaubt Banden-Version nicht

Der 28-jährige Giulio Regeni war am 25. Januar in Kairo verschwunden und neun Tage später tot aufgefunden worden. Sein Körper wies Zeichen schwerster Misshandlungen auf, darunter ausgerissene Finger- und Fussnägel. Auch wurden ihm die Ohren abgeschnitten.

Sicherheitskräfte hatten später vier Mitglieder einer Bande getötet, die auf die Entführung von Ausländern spezialisiert gewesen und den Studenten getötet haben soll. Italien glaubt jedoch nicht an diese Version.

Aussenminister Paolo Gentiloni hatte vor wenigen Tagen «sofortige Massnahmen» angekündigt, falls die Unterlagen der ägyptischen Behörden unvollständig seien. Die Ermittler in Rom hatten Kairo aufgefordert, sowohl die Daten des Mobiltelefons Regenis als auch Videoaufnahmen von der Metrostation offenzulegen, in der er am Tag seines Verschwindens gewesen sein soll.

SDA/ij

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