Italienisches Rettungsschiff legt trotz Verbot in Lampedusa an

Eine Woche nach der Sea-Watch 3 ist ein italienisches Boot mit 41 Flüchtlingen an Bord in den Hafen eingelaufen.

Die Alex der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea legt in Lampedusa an. (6. Juli 2019) Bild: Reuters

Die Alex der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea legt in Lampedusa an. (6. Juli 2019) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das deutsche Rettungsschiff Alan Kurdi mit 65 Geretteten an Bord hat nach stundenlangem Warten vor der italienischen Insel Lampedusa Kurs auf Malta genommen. Das schrieb die Hilfsorganisation Sea-Eye aus Regensburg am Samstagabend auf Twitter.

Zuvor hatte das Schiff vergeblich auf die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen gewartet. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte das strikt verboten.

«Wir können nicht abwarten, bis an Bord der Notstand ausbricht. Jetzt muss sich zeigen, ob andere europäische Regierungen die harte Haltung Italiens stützen oder den Menschen einen sicheren Hafen anbieten», sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler der Nachrichtenagentur DPA am Samstag am Telefon. Ohne Hilfe von aussen werde die Lage in zwei bis drei Tagen kritisch an Bord. In Malta werde die «Alan Kurdi» voraussichtlich am Sonntagmittag eintreffen.

Alle nichtbegleiteten Minderjährigen müssen an Bord bleiben, darunter ein elfjähriger Junge. (6. Juli 2019) Bild: Reuters

Unterdessen erhielten die Menschen an Bord des italienischen Rettungsschiffes Alex Erlaubnis, in Lampedusa an Land zu gehen. Das teilte das italienische Innenministerium am Abend mit. Das Schiff mit 41 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten war zuvor entgegen des Verbots Salvinis in den Hafen der italienischen Mittelmeerinsel von eingelaufen.

Salvini hatte zunächst verkündet, er selbst würde nicht erlauben, dass jemand von der Alex an Land gelassen werde. Die Entscheidung, die Menschen an Land zu lassen, habe nun die Finanzpolizei zu Ermittlungszwecken getroffen. Sie untersteht dem Wirtschaftsministerium und nicht Salvinis Innenministerium.

Der relativ kleine Motorsegler ist nur für 18 Menschen zugelassen. Es waren aber 60 Menschen an Bord. (oli/sda)

Erstellt: 06.07.2019, 21:48 Uhr

Artikel zum Thema

Rackete verklagt Salvini wegen Verleumdung

Der Streit zwischen Italiens Vizepremier und der Sea-Watch-Kapitänin geht in eine neue Runde. Mehr...

Vorschnelle Urteile auf Twitter und bei der NZZ

Analyse Eine italienische Richterin hat Carola Rackete entlastet. Ihr kolportierter «unerhörter Rechtsverstoss» hat nie stattgefunden. Mehr...

Kapitänin der Sea Watch handelte aus «Pflichtsinn»

Das Gericht im sizilianischen Agrigent hebt den Hausarrest der deutschen Seenotretterin Carola Rackete auf. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Blogs

Von Kopf bis Fuss So wichtig ist Vitamin D

Mamablog «Trennungen werden noch immer tabuisiert»

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Nichts wie weg: Ein Känguru flieht vor den Flammen in Colo Heights, Australien, die bereits 80'000 Hektaren Wald zerstört haben (15. November 2019).
(Bild: Hemmings/Getty Images) Mehr...