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Italiens Dilemma

Mehr Stabilität, weniger Demokratie. Beim Referendum über die neue Verfassung überwiegen die Argumente für ein Nein. Aber nur knapp.

Es geht auch um ihn, um seine Zukunft: Matteo Renzi, italienischer Premierminister. Foto: Carlos Barria (Reuters)
Es geht auch um ihn, um seine Zukunft: Matteo Renzi, italienischer Premierminister. Foto: Carlos Barria (Reuters)

Eigentlich geht es morgen in Italien um eine Verfassungsreform, die im Wesentlichen den Senat verkleinern und der Abgeordnetenkammer mehr Macht einräumen will. Der energische, allzeit viel und schnell sprechende Premier Matteo Renzi nennt die Vorlage «Mutter aller Reformen». Für viele Stimmberechtigte geht es jedoch um Renzi selber. Laut einer Umfrage wollen 56 Prozent den Urnengang nutzen, um ein Verdikt über die Regierung und den Zustand des Landes zu sprechen. Das hat sich Renzi selber zuzuschreiben: Er gelobte, bei einem Sieg des Nein-Lagers zurückzutreten und seine politische Karriere zu beenden. Anders als es der selbstbewusste Politiker vom gemässigt linken Partito Democratico erwartet hatte, verlieh die Ankündigung den Reformgegnern Auftrieb, worauf er sie zurückzog.

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