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Kaczynski-Trauerfeier ohne Obama und Merkel

Polen nimmt Abschied von Präsident Lech Kaczynski, dessen Frau Maria und den anderen 94 Opfern des Flugzeugabsturzes in Russland. Viele Staats- und Regierungschefs sagten ihre Teilnahme am Begräbnis ab.

Am Vorabend des Staatsbegräbnisses für den tödlich verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und dessen Frau Maria haben mehrere führende Politiker aus der ganzen Welt ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama. Grund sind die massiven Einschränkungen im Luftverkehr wegen der Aschewolken nach dem Vulkanausbruch aus Island.

Kaczynski, seine Frau und 94 weitere Menschen kamen vor einer Woche bei einem Flugzeugabsturz im russischen Smolensk ums Leben. Die Delegation war auf dem Weg zu den Feiern für die Opfer des Massakers von Katyn, wo vor 70 Jahren tausende polnische Offiziere von der sowjetischen Geheimpolizei getötet wurden. Kaczynski und seine Frau Maria sollen am Sonntag im Dom der Wawel-Burg in Krakau bestattet werden, der traditionellen Grabstätte der polnischen Könige.

Einschränkungen im Luftverkehr

Zu dem Staatsbegräbnis hatten sich zunächst zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt angesagt. Die Einschränkungen im europäischen Luftverkehr nach dem Vulkanausbruch auf Island machen aber inzwischen vielen Delegationen die Anreise unmöglich.

Die Kanzlerin habe in einem Telefonat mit dem polnischen Aussenminister Radoslaw Sikorski ihr grösstes Bedauern über die Absage geäussert, hiess es am Abend in einer Mitteilung des Bundespresseamtes in Berlin. Sikorski wiederum habe vollstes Verständnis für die Entscheidung der Kanzlerin geäussert, deren Rückkehr von einem Besuch in den USA sich wegen der Behinderungen um Luftverkehr verzögert hatte.

Trauerfeier in Warschau

Auch der britische Aussenminister David Miliband und Thronfolger Prinz Charles sagten am Samstag ihre Teilnahme an dem Begräbnis Kaczynskis ab. Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper verzichtete ebenfalls auf die Reise nach Polen. Nach Angaben des polnischen Aussenministeriums hatten zuvor bereits Delegationen aus Indien, Ägypten, Japan, Südkorea, Mexiko, Neuseeland, Mazedonien und Pakistan ihre Teilnahme an dem Staatsbegräbnis abgesagt.

Für alle 96 Opfer der Flugzeugkatastrophe fand am Samstag in Warschau eine Trauerfeier statt. Um 8.56 Uhr, dem Zeitpunkt des Flugzeugabsturzes im russischen Smolensk am Samstag vergangener Woche, läuteten im ganzen Land die Kirchenglocken; die Sirenen heulten. Auf dem Pilsudski-Platz im Herzen Warschaus versammelten sich rund hunderttausend Menschen zu einem Gedenkgottesdienst, die mitgeführten polnischen Fahnen verwandelten den Ort in ein rot-weisses Farbenmeer.

SDA/vin/oku

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