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Kehrt Supersarko zurück?

Französische Medien vermuten es schon lange – nun bläst auch der ehemalige Aussenminister Alain Juppé ins gleiche Horn: Nicolas Sarkozy plant offenbar eine Rückkehr auf die Polit-Bühne.

Will er es 2017 noch einmal versuchen? Nicolas Sarkozy soll angeblich Ambitionen geäussert haben, an den nächsten Präsidentschaftswahlen anzutreten.
Will er es 2017 noch einmal versuchen? Nicolas Sarkozy soll angeblich Ambitionen geäussert haben, an den nächsten Präsidentschaftswahlen anzutreten.
Keystone
Der ehemalige Ausseniminister und Bürgermeister von Bordeaux Alain Juppé entfachte neue Gerüchte über Sarkozys mögliches Comeback. Er sieht den Ex-Präsidenten sogar als möglichen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in vier Jahren.
Der ehemalige Ausseniminister und Bürgermeister von Bordeaux Alain Juppé entfachte neue Gerüchte über Sarkozys mögliches Comeback. Er sieht den Ex-Präsidenten sogar als möglichen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in vier Jahren.
AFP
Hat Ambitionen und profitiert von der geschwächten UMP: Marine Le Pen, Präsidentin des rechtsextremen Front National.
Hat Ambitionen und profitiert von der geschwächten UMP: Marine Le Pen, Präsidentin des rechtsextremen Front National.
AFP
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Nicolas Sarkozy ist nicht dafür bekannt, die Dinge dem Zufall zu überlassen – schon gar nicht die Kommunikation um die eigene Person. Nach seiner Wahlniederlage gegen François Hollande im Mai 2012 wurde es ruhig um den Ex-Präsidenten: Heute mischt Sarkozy kaum im politischen Geschäft mit und zeigt sich höchstens als teuer bezahlter Redner an Konferenzen.

«Lust» auf 2017

Und doch spekulieren die Franzosen über eine mögliche Rückkehr von «Supersarko». Befeuert wurden die neuesten Gerüchte durch Äusserungen des ehemaligen Aussenministers Alain Juppé: Sarkozy verfolge die politische Entwicklung «sehr aufmerksam», sagte Juppé am Mittwoch in der Sendung «Questions d'Info». Er habe «das Gefühl», dass Sarkozy «Lust» habe, bei den Wahlen in vier Jahren noch einmal anzutreten.

Glaubt man aktuellen Umfragen würden 67 Prozent der Anhänger der bürgerlichen UMP eine politische Rückkehr und eine Kandidatur Sarkozys bei den Wahlen 2017 begrüssen. Aus gutem Grund: Nach einem fast schon lächerlichen Machtkampf um die Parteispitze, bei dem sich Ex-Premier François Fillon und der ehemalige Fraktionsvorsitzende François Copé zeitweise beide als Sieger erklärten, ist die UMP stark geschwächt und hat an Glaubwürdigkeit eingebüsst – was vor allem dem rechtsextremen Front National um Marine Le Pen in die Hände spielt.

«Sarkozys Freunde» organisieren sich

Auch Sarkozys persönliches Umfeld scheint ein Comeback des ehemaligen Präsidenten nicht auszuschliessen. Bereits im vergangenen Jahr sagte Carla Bruni-Sarkozy dem Magazin «Elle»: «Ich bin immer noch verblüfft, wie die Franzosen auf ihn verzichten konnten, auf seine Energie, seine Vision, seinen Mut, seine Menschlichkeit, seine Intelligenz, seinen Willen...» In einem kürzlich erschienenen Interview doppelte die ehemalige First Lady nach, indem sie vermutete, es könne 2017 zu einem Duell zwischen dem derzeitigen Präsidenten François Hollande und der rechtsextremen Marine Le Pen kommen. «Nicolas würde Frankreich dieses Duell ersparen können», sagte Bruni.

Juppés Äusserungen dürften vor allem Sarkozys Anhänger freuen, die sich unter dem Namen «Les amis de Nicolas Sarkozy» organisieren und sich nächsten Mittwoch anlässlich eines aussenpolitischen Symposiums in Paris treffen. Die Organisation, die laut eigenen Angaben mehrere Tausend Mitglieder zählt, sieht sich als mögliches Sprungbrett für Sarkozy, sollte sich dieser wirklich dazu entscheiden, 2017 als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Auch sie scheinen in Nicolas Sarkozy eine Art «Retter» zu sehen, der Frankreich vor dem Duell eines sozialistischen und eines rechtsextremen Kandidaten bewahren wird – eine Rolle, die Sarkozy schon als Präsident sehr entgegenkam.

(cor)

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