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Kein Wasser für Roma – Schweiz will trotzdem Millionen zahlen

Der Bericht über Roma-Diskriminierung im ungarischen Ozd erregt international Aufsehen. Das Deza will dort dennoch Millionen investieren. Kurios: Über die Schweizer Hilfe ist kaum jemand informiert.

Bernhard Odehnal, Wien, und Fabian Renz, Bern
Rund 3500 Einwohner erhalten durch die Schweizer Hilfe neuen Zugang zu fliessendem Wasser im Haus: Die Stadt Ozd in Ungarn.
Rund 3500 Einwohner erhalten durch die Schweizer Hilfe neuen Zugang zu fliessendem Wasser im Haus: Die Stadt Ozd in Ungarn.
EDA
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«So geht das nun jeden Tag: Vor den Brunnen müssen die Menschen stundenlang warten», beobachtet Kriszta Bodis. «Sie sind genervt und verzweifelt. Aber es kommt kaum noch Wasser aus den Leitungen.» Bodis leitet eine private Hilfsorganisation im Roma-Quartier Hétes in der nordungarischen Stadt Ozd. Früher lebten hier Arbeiter des mittlerweile stillgelegten Stahlwerks. Jetzt wohnen 400 Roma in den verfallenen Häusern, fast alle sind arbeitslos. Wasserleitungen und Kanalisation gibt es hier nicht, Trinkwasser kam aus zwei Gemeinschaftsbrunnen. Bis vergangenen Donnerstag. Da legte die Gemeindeverwaltung von Ozd einen Brunnen still und reduzierte beim anderen die Durchflussmenge auf 5 Liter pro Minute. Normalerweise fliessen aus einem Brunnen an die 50 Liter Wasser, aus dem Wasserhahn zu Hause etwa 25 Liter pro Minute.

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