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Keine Hinweise auf Massengräber in der Ostukraine

Russland und die Ukraine machen falsche Angaben zu den Gräueltaten der jeweils anderen – das hat ein Amnesty-International-Bericht ergeben. Stattdessen soll es mehrere Beweise für Kriegsverbrechen geben.

Schwerste Kämpfe seit Wochen: Eine Familie trauert in Donezk um einen getöteten Verwandten. (7. November 2014)
Schwerste Kämpfe seit Wochen: Eine Familie trauert in Donezk um einen getöteten Verwandten. (7. November 2014)
AP Photo
Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Donezk: Prorussische Separatisten schiessen. (7. Oktober 2014)
Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Donezk: Prorussische Separatisten schiessen. (7. Oktober 2014)
Keystone
Putzen für den Kampf: Mitglieder des pro-ukrainischen Donbass-Freiwilligenbataillons beim Reinigen ihrer Waffen. (3. August 2014)
Putzen für den Kampf: Mitglieder des pro-ukrainischen Donbass-Freiwilligenbataillons beim Reinigen ihrer Waffen. (3. August 2014)
ANATOLII STEPANOW, AFP
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten. Die Organisation wirft sowohl prorussischen als auch ukrainischen Kräften falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite vor.

«Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren», erklärte John Dalhuisen von Amnesty in einem Bericht über Hinrichtungen.

Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Danach befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren.

«Einzelne Fälle von Hinrichtungen»

Amnesty habe «keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber» gefunden, hiess es. Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestossen.

«Was wir gesehen haben, sind einzelne Fälle von Hinrichtungen, die in einigen Fällen Kriegsverbrechen darstellen können», erklärte Dalhuisen zum Ergebnis von Amnesty-Recherchen Ende September. Solche gezielten Tötungen seien auf beiden Seiten nachgewiesen worden. «Alle verdächtigen Fälle sollten untersucht und die Verantwortlichen beider Seiten belangt werden.»

Trotz Waffenruhe kommt es im Osten der Ukraine, wo Separatisten gegen die Armee kämpfen, immer wieder zu blutigen Gefechten. Beide Seiten werfen sich tödliche Angriffe auf Zivilisten vor.

SDA/ajk

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