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Kiew spielt mit der Revolution

Ein neuer Aufstand in der Ukraine könnte noch weit radikaler ausfallen als der letzte, bei dem Dutzende Menschen getötet wurden.

Zum Tag der Würde und der Freiheit hat der ukra­­inische Präsident Petro Poroschenko den heutigen 21. November erklärt. Genau vor einem Jahr begannen die Demonstrationen gegen Präsident Wiktor ­Janu­kowitsch, weil er dem Land das Näherrücken an die EU verwehren wollte. Zuerst waren es Tausende, dann Zehntausende, schliesslich standen Hunderttausende auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, die dem korrupten und gewalttätigen Regime de­monstrierten: So nicht! Janukowitsch musste gehen.

Bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen hat das ukrainische Volk dann mit klarer Mehrheit diese von Russland als faschistisch verunglimpfte Revolution abgesegnet und sich hinter Poroschenko und Premier Arseni Jazenjuk gestellt, die schnelle Reformen versprochen hatten. Doch den Worten folgten keine Taten. Fast einen Monat nach der Parlamentswahl, die der Ukraine eine klare proeuropäische Mehrheit ­gebracht hat, steht noch immer keine Regierung. Stattdessen zanken sich die Politiker um Posten und Pöstchen. Und das mitten in der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Krise. Natürlich setzt Russland alles daran, die Ukraine zu destabilisieren und mit immer neuen Vorstössen in Atem zu halten. Doch die Reformrezepte für das Land liegen längst auf dem Tisch, ausgearbeitet mithilfe von Experten aus der EU. Sie müssten nur noch umgesetzt werden.

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