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King Boris surft auf dem Tory-Tsunami

Die konservativen Tories haben einen triumphalen Wahlsieg eingefahren. Premier Johnson will nun den Brexit schnellstmöglich vollziehen. Die unterlegene Labour-Partei steht vor dem Nichts.

Der britische Premier Johnson trat vor die Medien, nachdem ihm die Queen die Erlaubnis erteilt hatte, eine neue Regierung zu bilden. Foto: Getty Images
Der britische Premier Johnson trat vor die Medien, nachdem ihm die Queen die Erlaubnis erteilt hatte, eine neue Regierung zu bilden. Foto: Getty Images

Aus einem schwarzen Himmel regnete es in Strömen, Schuhe weichten auf, Zigaretten zerfielen zwischen den Lippen, aber irgendwie war jetzt alles egal. Die einst so stolze britische Linke, die Partei von Clement Attlee, Harold Wilson, Neil Kinnock und Tony Blair, an deren Stärke sich in den vergan­genen Jahren die darbende, europäische Sozialdemokratie aufgerichtet hatte, war in dieser Nacht ertrunken in einem Tsunami aus Tory-Blau. «Ich bin so wütend», rief eine junge Frau, einen Schal in Labour-Rot wie einen nassen Lappen um den Hals gewickelt. «Unfassbar», sagte eine andere und kicherte, «irre». Und ein Mann im Labour-Sweatshirt machte bittere Bemerkungen über eine Verschwörung der Medien gegen die Linke und den Ausverkauf des Landes unter einer neuen, reaktionären Oligarchie.

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