Zum Hauptinhalt springen

Konnte ein Anschlag auf Antwerpen vereitelt werden?

Gemäss flämischen Medienberichten hatten die gestern festgenommenen IS-Verdächtigen eine Terrorattacke geplant.

Die Verdächtigten hatten enge Kontakte zu Jihadisten: Ein belgischer Polizist nach den Anschlägen in Brüssel. (14. April 2016)
Die Verdächtigten hatten enge Kontakte zu Jihadisten: Ein belgischer Polizist nach den Anschlägen in Brüssel. (14. April 2016)
Virginia Mayo, Keystone

Die vier in Antwerpen von der Polizei festgenommenen Terrorverdächtigen haben wohl einen Anschlag auf einen zentralen Ort der belgischen Hafenstadt geplant. Ein mögliches Ziel sei der Hauptbahnhof von Antwerpen gewesen, berichteten heute übereinstimmend mehrere flämische Zeitungen. Die vier Teenager standen laut den Berichten in engem Kontakt mit Hicham Chaib, einem führenden belgischen Jihadisten in Syrien.

Chaib gilt als rechte Hand des Chefs der mittlerweile verbotenen belgischen Salafistenbewegung Sharia4Belgium, Fouad Belkacem. Seit 2012 hält sich Chaib in Syrien auf und soll bei der Jihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) eine führende Rolle in der IS-Hochburg Raka haben. Chaib war Anfang 2015 von der belgischen Justiz in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Bereits im Visier der belgischen Justiz

Über die Anschlagspläne der vier Verdächtigen in Antwerpen war die Polizei unter anderem über Internetnachrichten der vier jungen Männer aufmerksam geworden. Die Pläne sollen noch wenig konkret gewesen waren. Waffen oder Sprengstoff waren bei den 16- bis 19-jährigen Verdächtigen nicht gefunden worden. Sie seien aber laut der Zeitung «De Standaard» auf der Suche nach Geld gewesen, um womöglich Waffen zu kaufen.

Die vier jungen Leute waren der belgischen Justiz bereits bekannt. Zwei von ihnen sollen früher bereits versucht haben, nach Syrien auszureisen. Auf dem Flughafen von Brüssel waren sie allerdings aufgegriffen und nach Antwerpen zurückgeschickt worden.

Keine Verbindung zum Anschlag auf Flughafen

Nach einer ersten Anhörung wurden drei Verdächtige unter strengen Sicherheitsauflagen freigelassen. Alle vier werden «der Teilnahme an den Aktivitäten einer Terrorgruppe» beschuldigt. Zudem werden sie verdächtigt, Kämpfer für Syrien und Libyen rekrutiert zu haben.

Es gebe aber bisher keine Verbindung zu den Terroranschlägen vom 22. März auf den Brüsseler Flughafen und einen U-Bahnhof der belgischen Hauptstadt, bei denen 32 Menschen getötet worden waren, erklärte die Staatsanwaltschaft.

AFP/sep

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch