Zum Hauptinhalt springen

Konstruktive Rolle trotz Ukraine-Krise

Frostig ist das Verhältnis Russlands zum Westen zurzeit; Moskau hat als Reaktion auf die Sanktionen der EU und der USA in der Ukraine-Krise in vielen Dingen die Zusammenarbeit eingefroren. Als sich etwa jüngst Diplomaten aus 40 Ländern trafen, um den nächsten Gipfel zur nuklearen Sicherheit vorzubereiten, eine Initiative von US-Präsident Barack Obama, blieben die Emissäre von Wladimir Putin kommentarlos fern. Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran spielt Russland nach wie vor eine konstruktive Rolle, werden westliche Diplomaten nicht müde zu betonen.

Das Angebot aus Moskau, iranisches Uran nach Russland zu exportieren und dort zu Brennelementen weiterzuverarbeiten, könnte sich am Ende als wichtiges Element erweisen. Moskaus Offerte würde es dem Land erlauben, eine grössere, noch unbekannte Zahl Zentrifugen zu behalten – eine Zahl, um die Teheran und Washington noch heftig ringen.

Die Beziehungen Russlands mit dem Iran sind vielschichtig und nicht frei von Widersprüchen – beide Seiten folgen eher pragmatisch ihren Interessen. Wo sie sich decken, etwa in Syrien oder beim Bau des ersten und einzigen Atomkraftwerks im iranischen Bushir, arbeitet man gedeihlich zusammen. Moskau hat aber kein Problem, Projekte zu annullieren, wenn es politisch opportun erscheint. Sehr zum Ärger des iranischen Regimes blockierte etwa Putins Vorgänger Dmitri Medwedew per Dekret die Lieferung moderner Luftabwehrsysteme vom Typ S-300 – trotz eines gültigen Vertrags und einer Anzahlung.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.